Plötzlich starker Haarausfall: Gründe, Formen und Maßnahmen

Ein voller Haarschopf wird oft mit Jugend und Vitalität in Verbindung gebracht. Mit zunehmendem Alter rechnen viele bereits damit, dass die Haarpracht mehr und mehr zu schwinden beginnt. Umso erschreckender ist es aber für Betroffene, wenn bereits in jungen Jahren plötzlich besonders starker Haarausfall auftritt. Was die Gründe dafür sein können und wie darauf am besten reagiert wird, erklären wir in diesem Ratgeber.

Diese Formen des extremen Haarausfalls können auftreten

Die Sorge ist groß, wenn die Haare büschelweise in der Haarbürste oder im Abfluss hängen bleiben. Während der Verlust von etwa 100 Haaren pro Tag vollkommen normal ist, zählt das Ausfallen einer größeren Menge bereits als Alopezie. Ist der Haarausfall besonders stark, können sich täglich sogar 300 bis 500 Haare verflüchtigen.

Meistens handelt es sich dabei um den diffusen Haarausfall, was bedeutet, dass die Haare relativ gleichmäßig am Kopf ausgehen. Frauen sind von diesem extremen Haarausfall in der Regel eher betroffen als Männer. Doch der Verlust der Haare kann auch andere Formen annehmen.

Starker Haarausfall
Bei einem plötzlichen Haarausfall kann eine Krankheit dahinter stecken. Der Haarverlust sollte deshalb immer von einem Arzt abgeklärt werden.

Starker Haarausfall: Alopecia areata

Wenn scheinbar aus dem Nichts ein oder mehrere kahle, rundliche Flecken am Kopf auftauchen, handelt es sich wahrscheinlich um den sogenannten kreisrunden Haarausfall.

Zwar ist noch immer nicht genau erforscht, was die Ursache dieses zumeist überraschenden Haarverlustes ist, doch Mediziner gehen von einer Fehlfunktion des Immunsystems aus.

Im Großteil der Fälle ist die Störung jedoch nur vorübergehend und das Haarwachstum reguliert sich von selbst wieder. Trotzdem: Ein Gang zum Arzt ist Pflicht und die Einnahme von Zink kann unterstützend wirken.

Saisonaler Haarverlust: Ist der Haarausfall im Sommer stärker?

Möglicherweise ist es ein Überbleibsel der frühen Menschen, die im Sommer ihr „Winterfell“ abwarfen. Fakt ist, es gibt viele Menschen, die gerade im Sommer oder Herbst besonders starken Haarausfall bemerken. Vermutlich hängt der Haarverlust aber schlichtweg damit zusammen, dass die Sonneneinstrahlung im Sommer vermehrt auf die Haare trifft und sie schneller in die Ruhephase schickt. Im Normalfall gibt sich der Haarverlust im Herbst hingegen wieder. Wer besonders anfällig für saisonalen Haarverlust ist, sollte stets auf ausreichenden Schutz achten und die Haare nicht zu lange der Sonne aussetzen.

Starker Haarausfall: Gründe für einen plötzlichen Haarverlust

Wenn die Haarwurzeln einmal zu Schaden kommen, beginnen mehr und mehr Haare auszugehen. Die Gründe dafür können sehr vielfältig sein und von vorübergehenden Hormonstörungen über Vergiftungen bis hin zu Mangelerscheinungen wie Eisenmangel sowohl schwerwiegend als auch relativ harmlos sein. Hier finden Sie einen Überblick über die häufigsten Ursachen für ein unvermitteltes Ausgehen der Haare.

Extremer Haarausfall nach Schwangerschaft

Schwangere Frauen leiden manchmal unter Haarausfall.
Auch eine Schwangerschaft kann die Ursache für einen plötzlichen und starken Haarausfall sein.

Oft macht sich ein starker Haarausfall bei Frauen nach der Geburt eines Kindes bemerkbar. Der Grund dafür ist einfach erklärt: Während der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel im Körper der Frau besonders hoch, was sich durch sehr dichtes und glänzendes Kopfhaar bemerkbar macht.

Sobald das Kind auf die Welt kommt, sinkt dieser Hormonspiegel allerdings rapide ab. In Folge gehen die Haare dann vermehrt aus.

Diese Art des Haarausfalls ist jedoch harmlos und pendelt sich nach ein paar Monaten normalerweise von selbst wieder ein, auch, wenn nichts dagegen unternommen wird. Aus demselben Grund verlieren viele Frauen übrigens auch Haare, nachdem sie die Antibabypille abgesetzt haben.

Denn während der Einnahme der Pille ist der Östrogenspiegel im Körper ebenfalls deutlich erhöht. Doch auch in diesem Fall reguliert sich der körpereigene Hormonhaushalt nach ein paar Monaten von selbst wieder.

Starker Haarausfall durch die Schilddrüse

Auch abgesehen von einer Schwangerschaft hängt die Haargesundheit sehr stark mit dem Hormonhaushalt zusammen. Speziell ein Ungleichgewicht der Hormone in der Schilddrüse kann für einen vermehrten Haarverlust verantwortlich sein. Werden zu viel T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) gebildet, spricht man von einer Schilddrüsenüberfunktion. Die Haare wachsen dann schneller und treten rascher in die Ruhephase ein, sodass sie nur eine geringe Länge erreichen.

Wenn hingegen zu wenige dieser Hormone gebildet werden, handelt es sich eine Schilddrüsenunterfunktion. In dem Fall werden die Haare trocken und brüchig und beginnen verstärkt auszufallen.

Vitamin-D-Mangel und Eisenmangel als Ursache für Haarausfall

Die Haarwurzeln benötigen eine Menge Nähr- und Mineralstoffe, um gesund wachsen zu können. Bemerkt der Körper einen Mangel dieser Stoffe, zieht er sie zuerst von den Stellen ab, die fürs Überleben nicht unbedingt notwendig sind – nämlich von unserem Kopfhaar. Vor allem ein Eisenmangel oder Vitamin-D-Mangel kann Auslöser für das Ausgehen der Haare sein. Ein Faktor für Haarausfall ist also eine unzureichende Ernährung und insbesondere radikale Diäten oder Essstörungen.

Starker Haarausfall als Nebenwirkung
Wenn Sie regelmäßig bestimmte Medikamente einnehmen, könnten diese der Grund für den plötzlichen und starken Haarausfall sein.

Medikamente, Krankheiten & Stress

Unter Umständen ist ein akuter Haarausfall eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente.

Vor allem Betablocker, die gegen Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen verschrieben werden, können dafür verantwortlich sein. Antidepressiva oder Schmerzmittel wie Ibuprofen haben ebenfalls Einfluss auf das Haarwachstum.

Möglicherweise ist ein schlagartiger Schwund des Haupthaares aber auch durch gewisse Krankheiten wie Scharlach, Typhus oder eine Schuppenflechte bedingt.

Schwermetallvergiftung und aggressive Pflegeprodukte

Belastungen durch Schwermetalle oder Giftstoffe können die Haarwurzeln angreifen und Störungen hervorrufen. Besonders bei Lösungsmitteln, Farben oder der Chemikalienmischung in Styling- und Pflegeprodukten ist Vorsicht geboten. Denn Vergiftungen durch Blei, Quecksilber oder Aluminium sind besonders schädlich für die Haare und können dazu führen, dass sie ausgehen. Pflegeprodukte sollten deshalb immer so mild und natürlich wie möglich sein, um die Haare nicht unnötig zu beanspruchen.

Was hilft gegen Haarausfall?

Der Vorteil von diffusem Haarausfall ist, dass er in der Regel wieder verschwindet, wenn die Ursache bekämpft wird. Selbst, wenn es erst einmal unangenehm ist, wenn das Haar immer lichter wird: Bewahren Sie Ruhe! Meistens lässt sich der Haarverlust gut wieder in den Griff bekommen, sodass die Haare nach wenigen Monaten wieder zu ihrer alten Fülle zurückkehren. Dafür sind aber erst einmal ein paar wesentliche Schritte nötig.

Schritt 1: Zum Arzt gehen

Als erste Maßnahme ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen und die Ursache des Haarverlustes abklären zu lassen. Nach einigen Untersuchungen, wie einer Blutprobe, kann festgestellt werden, ob ein Nährstoffmangel vorliegt oder bestimmte Medikamente die Ursache für das Ausgehen der Haare sind.

Schritt 2: Maßnahmen ergreifen, um den Haarausfall zu stoppen

Ist erst einmal der Auslöser für den plötzlichen Haarausfall geklärt, gilt es, dagegen anzukämpfen. Während sich manche Formen von Haarverlust – wie etwa jener nach der Schwangerschaft – ganz von selbst wieder regeln, ist es manchmal einfach nötig, zur Tat zu schreiten. Dafür gibt es verschiedene Ansätze:

  • Medikamentendosis ändern

Wenn sich der Haarverlust auf Medikamente zurückführen lässt, ist es wichtig, mit dem Arzt zu besprechen, ob die Präparate abgesetzt oder zumindest die Dosis verändert werden sollte. Sind die Medikamente richtig eingestellt, dauert es im Normalfall nicht lange, bis auch die Haare wieder nachwachsen.

  • Nährstoffe und Vitamine einnehmen

Vor allem, wenn der Haarausfall als Mangelerscheinung auftritt, ist es wichtig, den Körper mit ausreichend Vitaminen und Nährstoffen zu versorgen, damit die Haarwurzeln wieder die nötige Stärkung bekommen. Die Einnahme von Zink kann das Haarwachstum dabei ganz besonders fördern. Allerdings ist Vorsicht bei der eigenhändigen Verschreibung von Eisentabletten geboten, da hier die richtige Dosis entscheidend ist.

  • Mit Stress umgehen lernen

Natürlich ist es schwierig, Stress komplett zu eliminieren, doch zumindest kann versucht werden, bestimmten, immer wieder auftretenden Stressquellen weitmöglichst aus dem Weg zu gehen. Zudem ist der richtige Umgang mit Stress ausschlaggebend. Neben ausreichenden Ruhepausen und Entspannungstechniken wie Meditation kann auch eine psychologische Betreuung sinnvoll sein, um zu lernen, Stress besser abzubauen.

Schritt 3: Geduldig sein und über Ersatzlösungen nachdenken

Wenn die Ursachen des Haarschwundes beseitigt sind, dauert es meist noch etwa 3-6 Monate, bis die Haarpracht wieder zu ihrer alten Fülle zurückgekehrt ist. Selbst wenn der Haarverlust nur vorübergehend ist, kann er für Betroffene dennoch oft sehr belastend sein. In diesem Fall kann ein hochwertiger Haarersatz dabei helfen, den Druck ein wenig zu nehmen und die Zeit bis zum Nachwachsen der Haare gut zu überbrücken. Nach einer Weile ist das Gröbste dann auch schon überstanden und die Haare wachsen wieder normal nach.