Natürliche Haarpflege: So pflegen Sie Haare und Kopfhaut

Silikone, Polyethylenglykole, Lauryl Sulfate – bei solchen Gruselbegriffen, die man zuweilen auf den Shampoo- und Haarkurflaschen zu lesen bekommt, stehen einem vielleicht nur im sprichwörtlichen Sinne die Haare zu Berge, den Haaren wirklich zuträglich sein können diese Inhaltstoffe aber sicherlich nicht. Sie versprechen viel, zeigen die Resultate sofort nach der Anwendung, halten sie aber selten und schlagen eher ins Gegenteil, oder schlimmer um. Ganz abgesehen davon, landen die Chemikalien über den Abfluss im Grundwasser und die Plastikflasche landet über kurz oder lang vielleicht, oder sogar recht wahrscheinlich im Meer.

Grund genug ein paar Alternativen für jeden Haarpflegezweck auszukundschaften.

Selbstgemachtes Shampoo, oder sogar gar kein Shampoo mehr benutzen?

Die denkbar simpelste Lösung gegen Silikone im Shampoo wäre wahrscheinlich, einfach gar kein Shampoo mehr zu benutzen. No-Poo heißt der „Trend“, der viele erfasst hat und er besteht tatsächlich darin, einfach die Haare nur noch mit Wasser zu waschen. Haare und Kopfhaut sollen sich von den Stoffen in den Haarpflegeprodukten entwöhnen, sich regenerieren und mit Staub, Schuppen, etc. wieder alleine fertig werden.

Natürliche Haarpflege
Natürliche Haarpflege kann so einfach sein!

Dass das nicht von heute auf morgen möglich ist, scheint klar zu sein. Viele AnwenderInnen empfehlen daher schon mal im Vorfeld auf selbstgemachtes, natürliches Shampoo umzusteigen, damit sich die Kopfhaut kontinuierlich gewöhnen kann.

Kastanienshampoo selber machen

  • 280 g Rosskastanien waschen, schneiden und mit 700 ml Wasser und einem geschnittenen Apfel mit Kernhaus in einen Kochtopf geben
  • 25 Minuten lang kochen lassen
  • den Sud durch ein feines Sieb (am besten mit einem Tuch) abseihen und die Masse gut auspressen
  • etwa 150 ml von dem Sud mit 4 EL Speisestärke vermischen
  • den Rest des Sudes aufkochen lassen und die Sud-Stärkemischung einkochen, bis eine geleeartige Masse entsteht

Kastanien sind deshalb so gut für Shampoo geeignet, da sie Saponin enthalten. Saponin hat eine schaumbildende Eigenschaft und mit dem gebildeten Schaum kann es Öl binden und entfernen.

Trockenshampoo aus dem Küchenkasten

Soll es mal schneller gehen, oder die Haare nicht zu oft Wasser, Shampoo und Fön ausgesetzt sein, tut es manchmal auch einfach Trockenshampoo. Das ist aus 2 EL Speisestärke, 1 EL Kakaopulver (für braune, eventuell keines für helle, Zimt für rote Haare) und 1 TL Natron ganz einfach selbst gemischt. Das Pulver kann man dann vorwiegen an den fettigen Stellen im Haaransatz verteilen und dann ausfrisieren, die zusammenklebenden Haarsträhnen werden wieder voneinander gelöst und sehen luftig aus.

Natürliche Haarpflege-Hausmittel

Besonders wenn man auf Naturprodukte und Hausmittel setzt, ist die Haarpflege wichtig, um die Kopfhaut und die Haare zu unterstützen. Es hat allerdings keinen Sinn bei der Pflege wieder mit Chemikalien anzurücken. Deshalb folgen nun 3 Möglichkeiten die Haare natürlich zu pflegen.

Haarkur mit Kaffee

Der lästige Kaffeesatz aus der Kaffeemaschine kann in Form von natürlicher Kosmetik wiederbelebt werden. Für eine Haarkur kann man den Kaffeesatz von 1-2 Tassen noch einmal mit 100 ml Wasser aufbrühen und die tiefschwarz gewordene Flüssigkeit etwas abgekühlt in die Haare massieren. Mit einem dunklen Handtuch (aufgrund der Kaffeeflecken) werden die Haare plus Kaffee eingewickelt, etwa eine halbe Stunde warmgehalten und das ganze anschließend ausgespült.

Olivenöl für die Haare

Olivenöl als Haarpflege
Olivenöl ist ein toller Feuchtigkeitsspender für die Haarspitzen.

Olivenöl spendet Feuchtigkeit und beugt Spliss vor. Sollten die Haarspitzen schon gespalten sein, bekommt man mit Olivenöl zumindest das spröde Aussehen derselbigen weg. Man kann etwa kleine Mengen nach dem Waschen auf die Spitzen geben, oder die Haarenden mit dem Öl einmassieren und über Nacht einwirken lassen.

Haarkur mit Kokosöl und Honig

Man mische Kokosöl und Honig im Mischverhältnis 2:1 und – voilà – eine natürliche Haarkur, die nebenbei auch noch unfassbar gut riecht. Damit das Vermengen leichter geht, erwärmt man die beiden Zutaten am besten leicht über einem Wasserbad, aber nur leicht, bis die beiden Zutaten flüssig sind.

So flüssig kann man die Mixtur dann in ein Fläschchen füllen und nach Belieben auftragen, entweder in kleinen Mengen als Styling für spröde Spitzen, oder in raueren Mengen über die ganzen Haare als Haarkur, die man dann eine knappe Stunde einwirken lässt.

Hausmittel für natürlich schönes Haarstyling

Handelsübliche Haarfestiger und Gels halten oft so bombenfest, dass man sich fast schon eingeschüchtert fragt, was die Hersteller da wohl mit reingemischt haben. Selbstgemachte Haarstyling-Produkte geben natürlichen Halt und man weiß exakt, was drin ist.

Honig und Wasser

Honig scheint eine wahre Wunderwaffe zu sein. Ein TL auf einen halben Liter Wasser reicht und die Haare lassen sich damit einmassiert in die gewünschte Richtung formen.

Haargel aus Leinsamen

Für ein intensiveres Styling, störrischere Haare, oder schlicht ausgefallenere Frisuren, ist gegenüber dem Honig-Haarfestiger, das Haargel aus Leinsamen empfehlenswert. Dafür etwa 10 g Leinsamen in 250 ml Wasser etwa 5 Minuten einkochen lassen. Die Konsistenz sollte am Ende wie Eiweiß sein. Die Paste passiert man durch ein Sieb, damit Schalenteile etc. davon getrennt werden und am Ende kommt noch ein ½ TL Honig hinzu.

Ohne Silikone und Co. auszukommen, ist eigentlich wirklich einfach, wenn man sich nur etwas Zeit nimmt, sich damit zu beschäftigen. Mit Olivenöl, Kokosöl, Stärke, Honig und Co. hat man so einiges im Haushalt, das zweckentfremdet auf den Haaren überraschende Wirkungen aufweist.