Diffuser Haarausfall

Vom diffusen Haarausfall spricht man, wenn die Haare nach und nach am gesamten Kopf ausgehen. Im Vergleich zu manchen anderen Arten des Haarausfalls ist dieser Haarverlust in der Regel allerdings nicht von Dauer. Damit die Haare wieder nachwachsen, ist es jedoch wichtig, dass die zugrundeliegende Ursache erkannt und beseitigt wird. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Haarausfall umzugehen.

Der Diffuse Haarausfall betrifft meist Frauen
Der Diffuse Haarausfall betrifft Frauen häufiger als Männer

Was ist diffuser Haarausfall?

Von Alopecia diffusa, also diffusem Haarausfall, spricht man, wenn die Haare nicht nur an bestimmten Stellen, sondern über den gesamten Kopf verteilt ausfallen. Er kann sehr plötzlich einsetzen oder sich schleichend bemerkbar machen. Obwohl der Haarverlust bei beiden Geschlechtern auftritt, sind meistens mehr Frauen von diffusem Haarausfall betroffen als Männer.

Der Verlauf ist dabei jedoch von Person zu Person sehr unterschiedlich. Meist dünnen die Haare sichtbar aus, sodass der Haarschopf insgesamt lichter und schütterer aussieht. In einigen Fällen kommt es sogar zu einem merklichen Durchschimmern der Kopfhaut. Eine Glatze bildet sich beim diffusen Haarausfall allerdings normalerweise nicht.

Der diffuse Haarausfall kann sowohl in akuter als auch in chronischer Form auftreten.

  • akuter diffuser Haarausfall: Dieser Haarverlust setzt sehr plötzlich ein, etwa innerhalb weniger Stunden oder Tage. Meistens tritt er als Folge von Infektionen oder durch die Einnahme bestimmter Medikamente auf. Sobald der Auslöser beseitigt wird, wachsen die Haare aber wieder normal nach.
  • chronischer diffuser Haarausfall: Wenn der diffuse Haarausfall länger andauert, wird er chronisch. Für diesen Haarausfall gibt es unterschiedliche Gründe, auf die wir im Folgenden noch etwas genauer eingehen. Doch auch dieser Haarausfall ist nicht dauerhaft und kann durch die richtige Behandlung wieder behoben werden.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Im Prinzip ist diffuser Haarausfall kein Krankheitsbild, sondern meist ein Symptom für andere Beschwerden. Um dagegen vorzugehen, sollte die Ursache auf jeden Fall von ärztlich abgeklärt werden. Der Arzt nimmt dabei eine Blutuntersuchung vor, um auf Krankheiten oder Mangelerscheinungen zu überprüfen. Außerdem wird die Kopfhaut untersucht und ein Zugtest durchgeführt, um zu sehen, wie fest die Haare in den Follikeln stecken.

Während der Auslöser für den erblich bedingten Haarausfall relativ klar ist, ist die Situation bei dieser Art des Haarverlusts leider nicht ganz so einfach. Denn es gibt eine ganze Reihe von Ursachen, die für den diffusen Haarausfall verantwortlich sein könnten.

Krankheiten

Wenn mit dem Körper etwas nicht stimmt, spiegelt sich das nicht selten auch in den Haaren wider. Diverse Krankheiten wie etwa Diabetes, Lebererkrankungen oder eine Schilddrüsenunter- oder -überfunktion können diffusen Haarausfall auslösen. Ebenso können jedoch Infektions- oder Geschlechtskrankheiten eine Ursache sein. Auch eine Hautkrankheit ist ein möglicher Grund für das Ausgehen der Haare. So kann der diffuse Haarausfall beispielsweise durch Pilzinfektionen, Schuppenflechten oder Ekzeme entstehen.

Medikamente

Bemerkt man, dass sich mehr und mehr Haare verflüchtigen, kann das auch eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente sein. Betablocker, die zur Blutdrucksenkung verwendet werden, einige Blutgerinnungshemmer oder Mittel zur Reduzierung des Blutfettes stehen dabei ganz oben auf der Liste. Aber auch Antibiotika, Antidepressiva und Rheuma-Medikamente können unter Umständen Haarausfall auslösen. Ganz besonders angegriffen werden die Haarwurzeln bei einer Chemotherapie. Durch die Einnahme der dabei verschriebenen Zytostatika gehen die Haare teilweise oder am gesamten Kopf aus.

ernährung bei diffusem haarausfall
Diffuser Haarausfall gilt als Symptom einer Mangelernährung.

Haarausfall durch Mangelernährung

Allzu oft liegt dem Haarausfall auch eine ungesunde und einseitige Ernährung zugrunde. So kann Haarausfall etwa durch Eisenmangel oder Eiweißmangel entstehen, oder auch auftreten, wenn wichtige Vitamine und Nährstoffe fehlen. Dadurch werden die Haarwurzeln nicht ausreichend versorgt und in ihrem Wachstum gestört. Auch durch radikale Diäten oder Essstörungen bekommen die Haarwurzeln nicht genügend Nährstoffe und Spurenelemente und gehen dadurch ebenfalls aus.

Diffuser Haarausfall durch Stress

Auch Stress sollte als Faktor bei Haarausfall in Betracht gezogen werden. Werden nämlich vermehrt Stresshormone wie Noradrenalin ausgeschüttet, können sie vom Körper nicht mehr richtig abgebaut werden. Durch die hohe Konzentration der Botenstoffe entstehen schließlich Entzündungen an den Haarwurzeln, die das Wachstum der Haare stoppen.

Die Stressauslöser können dabei sowohl physischer als auch psychischer Natur sein. Emotionale Belastungen wie Trauerfälle oder unglückliche Beziehungen können also ebenso verantwortlich sein wie eine beanspruchende Arbeitsstelle.

Hormonumstellung

Das weibliche Sexualhormon Östrogen stimuliert die Haarwurzeln und sorgt für ein besonders angeregtes Haarwachstum. Kommt es plötzlich zu einem akuten Östrogenmangel, etwa nach einer Schwangerschaft oder durch das Absetzen der Pille, kann diffuser Haarausfall eintreten. Im Normalfall reguliert sich der Hormonhaushalt nach einiger Zeit aber wieder von selbst, sodass der Haarausfall von allein stoppt. Auch in den Wechseljahren setzt eine Hormonumstellung ein, die ein vermehrtes Ausgehen der Haare mit sich ziehen kann.

Diffuser Haarausfall: was hilft?

Die gute Nachricht ist: Diffuser Haarausfall ist reversibel. Das bedeutet, dass die Haare unter bestimmten Umständen wieder ganz normal nachwachsen können. Wichtig ist dafür allerdings, dass die genau Ursache für den Haarausfall ermittelt und anschließend beseitigt wird. Je schneller das geschieht, desto eher können die Haare auch wieder wachsen. Wenn sich die Ursache für den Haarausfall beseitigen lässt, wachsen die Haare meistens innerhalb von sechs Monaten wieder normal nach.

Als ersten Schritt ist es also wichtig, von einem Arzt abklären zu lassen, woran der Haarausfall liegen könnte, um dann etwas dagegen unternehmen zu können. Liegt dem Haarausfall nicht eine konkrete Krankheit zugrunde, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, mit dem Haarverlust umzugehen.

Yoga gegen Stress bei diffusem Haarausfall
Wer dauerhaft gestresst ist, überträgt diese Anspannung auf die Haarwurzeln. Yoga trägt zur Entspannung bei.

Stress vermeiden

Es klingt zwar leichter gesagt als getan, aber nur, wenn die verantwortlichen Stressquellen eliminiert werden, kann der Körper sich erholen, sodass die Haare aus der Ruhepause geholt werden. Ausreichend Schlaf, ein gesunder Lebensstil und Mittel zum Stressabbau, wie etwa Meditation, Yoga oder autogenes Training, können dabei helfen.

Ausgewogene Ernährung

Damit die Haarwurzeln wieder mit allen wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen versorgt werden, ist meist eine Ernährungsumstellung auf eine vitamin- und nährstoffreiche Diät nötig. Dabei sollten besonders viel Gemüse, Obst und Mineralien auf dem Speiseplan stehen.

Eine ausgewogene Ernährung kann einem Haarverlust auch vorbeugen. Besonders Eisen und Eiweiße, Nährstoffe sowie B- und H-Vitamine kräftigen die Haare und verhindern somit den diffusen Haarausfall.

Haarersatzlösungen als Übergangslösung

Je mehr Haare bereits ausgefallen sind, desto unwohler und unsicherer fühlen sich die Betroffenen meist – was gerade bei stressbedingtem Haarausfall nicht gerade hilfreich ist. Damit dieser Druck etwas genommen wird, können Haarersatzlösungen eine gute Übergangslösung sein, bis die Haare wieder von selbst nachwachsen. So ist es zumindest etwas einfacher, mit dem lichter werdenden Haar umzugehen.

Auch wenn der diffuse Haarausfall vielen Betroffenen oft Sorgen bereitet, lässt er sich mit den richtigen Maßnahmen gut behandeln. Wer geduldig mit sich selbst ist und schütter werdende Stellen einstweilen mit Haarteilen kaschiert, findet bestimmt die individuell passende Möglichkeit, um mit dem Haarverlust gut umgehen zu können.