Ursachen für Haarausfall

Warum hat man Haarausfall?
Für Haarausfall gibt es viele verschiedene Ursachen

Volle Haare gelten seit jeher als Symbol für Vitalität und Jugend. Umso belastender ist es, wenn man bemerkt, dass die Haarpracht immer stärker zu schwinden beginnt. Doch um auch effektiv etwas dagegen unternehmen zu können, muss erst einmal geklärt werden, was die Gründe für den Verlust der Haare sind. Denn je nach Art des Haarausfalls gibt es dafür unterschiedliche Ursachen.

Haarausfall Ursachen: Warum gehen Haare aus?

Wenn die Haare vermehrt ausgehen, ist das zwar unangenehm, heißt aber noch nicht gleich, dass es sich um Haarausfall handelt. Denn jedes Haar durchlebt einen Zyklus, bei dem es im Laufe der Zeit das Wachstum einstellt und schließlich ausfällt. Der Verlust von bis zu 100 Haaren pro Tag ist also vollkommen normal und nicht weiter bedenklich.

Erst, wenn über einen Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen deutlich mehr als 100 Haare täglich ausgehen, spricht man medizinisch gesehen von Haarausfall. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen in erster Linie von der zugrundeliegenden Ursache des Haarausfalls ab. Je nach Auslöser und Art des Haarschwundes unterscheidet man hauptsächlich zwischen drei Formen des Haarausfalls.

Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie)

Die häufigste Form von schwindendem Haar ist der erblich bedingte Haarausfall, auch androgenetische Alopezie genannt. Er ist ein natürlicher Nebeneffekt des Älterwerdens und tritt vor allem bei Männern im Laufe des Alterungsprozesses auf. Doch auch bei Frauen oder bei jüngeren Männern kann er vorkommen.

Wie der Name schon vermuten lässt ist dieser Haarausfall genetisch bedingt. Das heißt, dass junge Männer, deren Väter und Großväter unter Haarausfall leiden, häufig dasselbe Schicksal ereilt. Trotzdem: So wie ‚gute‘ Gene keine Garantie dafür sind, dass das Los an einem vorübergeht, muss eine genetische Veranlagung nicht unbedingt bedeuten, dass der androgenetische Haarausfall überhaupt und in der gleichen Ausprägung stattfindet.

Schuld am Haarschwund ist das Hormon DHT (Dihydrotestosteron), ein Abbauprodukt des männlichen Geschlechtshormons Testosteron. Mit zunehmendem Alter reagieren die Haarfollikel empfindlicher auf das DHT. Als Folge wachsen sie nur mehr eingeschränkt und fallen schließlich ganz aus.

Erblich bedingter Haarausfall bei Mann und Frau: Verlauf

Der anlagenbedingte Haarausfall verläuft bei Männern nach dem sogenannten Hamilton-Norwood-Schema. Dabei bilden sich zuerst Geheimratsecken, gefolgt von einer Tonsur am Hinterkopf. Schließlich gehen die Haare mehr und mehr aus, bis nur noch ein Haarkranz am unteren Hinterkopf übrig ist.

Gemäß des Ludwig-Schemas verläuft der Haarausfall bei Frauen etwas anders. So verflüchtigen sich die Haare meist in der Scheitelgegend, sodass der Bereich immer schütterer und das Haar zunehmend dünner wirkt.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Wenn sich scheinbar ohne Grund runde, kahle Stellen am Kopf bilden, steckt der kreisrunde Haarausfall dahinter. Charakteristisch sind neben den haarlosen Flecken die sogenannten Ausrufezeichenhaare am Rand, die Richtung Poren immer dünner werden und leicht herausgezogen werden können. Zwar betrifft diese Art von Haarausfall häufig das Kopfhaar, aber die Kreise können auch an Bart, Augenbrauen oder sonstigen Körperstellen auftreten.

Leider ist die Ursache für den kreisrunden Haarausfall immer noch nicht ganz geklärt. Mediziner gehen meist davon aus, dass die haarlosen Flecken mit einer Störung des Immunsystems zu tun haben. Dadurch beginnt das körpereigene Abwehrsystem, sich gegen die eigenen Haarwurzeln zu richten und sie anzugreifen. So entstehen Haarwurzelentzündungen, die die Follikel in die Ruhephase drängen. Als Auslöser werden auch genetische oder psychische Ursachen nicht ausgeschlossen.

Diffuser Haarausfall

Von diffusem Haarausfall spricht man dann, wenn die Haare am ganzen Kopf mehr oder weniger gleichmäßig ausfallen. Das Ergebnis ist schütter werdendes Haar, unter dem die Kopfhaut immer deutlicher hervorscheint. Diese Art von Haarschwund tritt vor allem bei Frauen auf, während Männer eher seltener davon betroffen sind. Die Gründe für diffusen Haarausfall können sehr unterschiedlich sein.

Ursachen für Haarausfall bei Frauen
Frauen leiden häufiger unter diffusem Haarausfall als Männer. Die Gründe dafür sind vielfältig
  • Hormonell bedingter Haarausfall bei Frauen

Frauen merken oft einen gehäuften Haarausfall nach der Schwangerschaft oder nach Absetzen der Antibabypille. Das rührt schlichtweg daher, dass der einst hohe Östrogenspiegel, der für volles, glänzendes Haar verantwortlich war, plötzlich rapide absinkt. Die Folge: Die Haare gehen aus.

  • Stoffwechselerkrankungen

Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Mellitus oder Funktionsstörungen der Schilddrüse können ebenfalls für ein verstärktes Ausgehen der Haare verantwortlich sein. Sowohl Über- als auch Unterfunktion der Schilddrüse wirken sich negativ auf das Haarwachstum aus.

  • Haarausfall durch Krankheiten und Medikamente

Besonders häufig tritt Haarausfall bei einer Chemotherapie auf. Die Medikamente sind darauf ausgerichtet, die schnell wachsenden Zellen des Körpers anzugreifen, wovon auch die Haare betroffen sind. Doch auch Infektionen, Kopfhauterkrankungen oder bestimmte Medikamente wie Betablocker oder Blutgerinnungshemmer können schuld am Haarverlust sein.

  • Haarausfall durch Stress

Auch andauernder Stress kann eine Ursache für Haarausfall sein. Als Kampf-oder-Flucht-Reaktion schüttet der Körper in angespannten Situationen vermehrt Hormone wie Adrenalin oder Cortisol aus. Die Haarfollikel werden durch die hohe Konzentration der Hormone geschädigt und der diffuse Haarausfall setzt ein.

  • Unzureichende Ernährung und Mängel

Ein Haarausfall durch Eisenmangel oder Vitaminmangel ist keine Seltenheit. Immerhin ist es für ein gesundes Wachstum wichtig, dass die Haare mit ausreichend Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen versorgt werden. Ist das nicht der Fall, sterben die Haarfollikel schneller ab und die Haare gehen aus.

Haarausfall: Behandlung der Alopezie

Die Behandlung des Haarausfalls richtet sich in erster Linie nach der verantwortlichen Ursache. In vielen Fällen – etwa nach einer Schwangerschaft, nach Absetzen bestimmter Medikamente oder auch beim kreisrunden Haarausfall – reguliert sich das Haarwachstum meist von ganz allein wieder. Durch gezielte Maßnahmen lassen sich aber auch andere Arten des Haarausfalls stoppen oder sogar wieder rückgängig machen.

Mittel gegen Haarausfall

Leider gibt es (noch) kein Mittel, das die Haare endgültig wieder zurückbringt. Shampoos gegen Haarausfall versprechen oft Wunder, zeigen meist aber nur wenig Wirkung. Medikamente wie Minoxidil und Finasterid haben zwar bereits gute Erfolge gezeigt, müssen jedoch dauerhaft eingenommen werden, damit sie das Haarwachstum anregen.

Oftmals wird auch Zink verabreicht, um die Haare wieder besser sprießen zu lassen. Es schützt die Haarwurzeln vor Entzündungen und fördert das Wachstum der Haarfollikel. In Kombination mit einer ausgewogenen Ernährung und der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln kann der Haarschopf wieder fülliger werden.

Haarausfall kaschieren mit kosmetischen Mitteln

Egal ob permanent oder vorübergehend – lichter werdendes Haar wirkt sich auf die Selbstwahrnehmung und Psyche der Betroffenen aus. Um nicht unter dem Haarausfall leiden zu müssen, können Perücken und Toupets den Betroffenen wieder zu mehr Selbstvertrauen helfen. So kann der Haarverlust gut kaschiert werden und fällt gar nicht weiter auf.

Der Schwund der eigenen Kopfbehaarung muss also nicht permanent sein und kann unter Umständen sogar wieder rückgängig gemacht werden. Dabei lohnt sich auf jeden Fall ein Gang zum Dermatologen, um die Gründe für den Haarverlust festzustellen und effektiv dagegen vorzugehen. In der Übergangsphase oder auch für längere Zeit können die schütteren Stellen dabei gut mit Haarteilen oder Perücken kaschiert werden.