Haarausfall und Wechseljahre: Ursachen, Dauer & Mittel

Setzt die Menopause ein, macht der Körper so einiges mit – Hitzewallungen, Herzrasen, Haarausfall machen Frauen ab dem 45. Lebensjahr etwa immer häufiger zu schaffen. Insbesondere, wenn die einst volle Haarpracht Stück für Stück, vor allem aber im Scheitelbereich, immer dünner wird, beunruhigt das viele. Wer unter Haarausfall in den Wechseljahren leidet, ist nicht allein. Bis zu einem Drittel aller Frauen sind davon betroffen. Wir erläutern Ursachen von Haarausfall in der Menopause, erklären, wie lang es dauert und zeigen, mit welchen Mitteln die Haare wieder sprießen.

Gründe für die schwindende Haarpracht

Haarausfall Wechseljahre
Bis zu 1/3 aller Frauen leiden in ihren Wechseljahren unter erhöhtem Haarausfall.

Wer nach der Ursache für dünner werdende und zu Boden fallende Haare sucht, muss nicht lange Ausschau halten: Zumeist (wenn auch nicht ausschließlich) sind die Hormone die Übeltäter. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel deutlich ab.

Bei einem Teil aller Frauen wirkt sich das direkt auf die Haarstruktur aus, während andere nicht von Haarausfall betroffen sind. Schuld trägt die empfindliche Haarwurzel. Im hormonellen Wechselbad der Gefühle wird die normale Wachstumsphase deutlich verkürzt. Die Ruhephase der Haarwurzel wird länger und damit wachsen die Haare deutlich langsamer.

Sie fallen aus, wenn die Haarwurzel zudem noch empfindlich auf das männliche Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Ob dies der Fall ist, ist genetisch veranlagt. Aus diesem Grund wird diese Form des Haarausfalls häufig auch als androgenetische Alopezie bezeichnet.

Wenn deutlich mehr als die normale Haaranzahl von ca. 100 Haaren pro Tag auf dem Kopfkissen oder in der Haarbürste zurückbleibt, ist der Arztbesuch empfehlenswert. Einerseits steht er mit Rat und Tat zur Seite, andrerseits kann er anhand eines Blutbilds zudem bestimmen, ob es sich tatsächlich um hormonell-bedingten Haarausfall handelt oder Schilddrüsenfehlfunktionen oder Eisenmangel ihre Spuren hinterlassen.

Hört der Haarausfall wieder auf?

Die schlechte Nachricht lautet: Es handelt sich nicht um ein vorübergehendes Problem, das sich von allein wieder einspielt. Die gute Nachricht: Frauen fallen nur selten wirklich alle Haare aus, eine vollkommene Glatzen haben sie im Normalfall nicht.

Trotzdem sollte der Haarausfall während der Wechseljahre möglichst frühzeitig behandelt werden, um den Haarverlust aufzuhalten und das Wachstum der Haarpracht erneut anzuregen. Deshalb empfiehlt es sich, möglichst zeitnah einen Arzt aufzusuchen, wenn Haarverlust beobachtet werden kann und bevor erste kahle Stellen auftauchen.

Was tun bei Haarausfall in den Wechseljahren?

Das ist wohl die wichtigste und brennendste Frage, denn selbst wenn der Haarverlust natürlich ist, erwünscht ist er deshalb noch lange nicht. Eine nichtmedikamentöse Behandlung – vor allem mit Shampoos, die im Drogeriemarkt erhältlich sind – ist in der Regel nicht von Erfolg gekrönt. Trotzdem gibt es gute Alternativen zur hormonellen Behandlung.

Pflanzliche Mittel – natürliche Wirkstoffe

Haarausfall Wechseljahre Pflanzliche Mittel
Die Brennnessel zählt zu den pflanzlichen Mittel, welche – dank ihren Inhaltsstoffen – natürlich dem Haarausfall entgegenwirken kann.

Die medikamentöse Behandlung schreckt viele Menschen ab, die sich stattdessen nach pflanzlichen Behandlungsmethoden umsehen, die dennoch effektiv sind. Insbesondere bei der Prävention erweist sich die Brennnessel, die auch darüber hinaus als Heilpflanze wirkt, als wirksam. Sie ist reich an Kieselsäure, Spurenelementen und Vitaminen. Als Salat oder Smoothie tut sie dem Körper gut. Oder man stellt einen Sud her, mit dem die Haare gewaschen werden, um sie zu kräftigen.

Ebenfalls stärkend wirkt Basilikum-Extrakt. Sein Beitrag zur Stärkung der Haarwurzeln ist in Studien belegt. Auch Thiocyanat kann als körpereigenes Molekül vor allem präventiv gegen Haarausfall eingesetzt werden. Es belastet den Hormonhaushalt nicht und fördert das Haarwachstum nachhaltig. Diese drei pflanzlichen Extrakte erweisen sich vor allem im Frühstadium von Haarausfall als äußerst wirksam.

Arzneimittel bei Haarausfall

In der medikamentösen Behandlung von Haarausfall in der Menopause werden insbesondere zwei Ansätze verfolgt. Zum einen kommt das sogenannte Androgenrezeptor-Blocking zum Einsatz, bei dem die Wirkung der männlichen Hormone gehemmt werden soll, um so die Haarwurzel zu stärken.

Zum anderen wird häufig der Wirkstoff Minoxidil empfohlen. Er ist sowohl als Schaum als auch in flüssiger Form erhältlich und kann in der Apotheke auch ohne Rezept gekauft werden. Minoxidil regt das Haarwachstum an. Zwar belegen Studien die Wirksamkeit des Wirkstoffs, trotzdem gilt es, einiges an Geduld aufzubringen, bevor sich erste Resultate zeigen. Bis zu sechs Monate können erste Effekte auf sich warten lassen – am Anfang kann sich der Haarausfall sogar noch verschlimmern, dies ist allerdings häufiger der Fall, weshalb man sich davon nicht entmutigen lassen darf.

Schöne Haare in den Wechseljahren

Haarausfall in den Wechseljahren
Schenken Sie ihrer Kopfhaut während dieser Zeit besonders viel Achtsamkeit und verwenden Sie schonende Produkte!

Ob Haarausfall oder nicht – während der Wechseljahre benötigen die Haare besondere Pflege, um gesund und glänzend auszusehen. Gerade wer unter dünnem Haar leidet, sollte auf leichte Pflege setzen. Conditioner, Spülungen und Haarpflegeprodukte belasten die Haarstruktur zusätzlich und tragen dazu bei, dass die Haare brechen können. Mit Trockenshampoo oder Styling-Powder werden die Haare nicht beschwert, können aber trotzdem in Form gebracht werden.

Besonderer Aufmerksamkeit bedarf zudem die Kopfhaut. Am besten wird eine Bürste mit Naturborsten verwendet, um die Haare zu kämmen und so die Durchblutung anzuregen. Regelmäßige Kopfmassagen tragen nicht nur zur Entspannung bei, sondern auch zur Gesundheit der Kopfhaut.

Wer dünne Haare hat oder sogar kahle Stellen im Scheitelbereich überdecken muss, sollte nicht den Kopf hängen lassen. Manchmal lautet das Zauberwort einfach eine neue Frisur. Gerade Bob-Schnitte schmeicheln dem Gesicht und lassen die Haare schöner fallen und voller wirken. Auch vor zusätzlichen künstlichen Haarteilen muss heute nicht mehr zurückgeschreckt werden. Es gibt viele schöne Alternativen, die sehr natürlich aussehen.