Haarausfall durch Eisenmangel erkennen & behandeln

Mancher eins kennt das vielleicht: Duschtasse, Haarbürste, Waschbecken; überall sammeln sich die Haare, die einem jeden Tag ausfallen. Bis zu einer gewissen Menge ist das auch völlig normal, auch, wenn die ausgefallene Haarpracht je nach Länge der Haare schonmal zu einem beachtlichen Knäuel anwachsen kann. Wird der (meist) diffuse Haarausfall aber überdurchschnittlich intensiv, stimmt etwas nicht und man sollte vielleicht nach der möglichen Ursache für Haarverlust suchen. Eine davon könnte Eisenmangel sein.

Häufigste Ursachen und Symptome von Eisenmangel

Im Organismus ist Eisen ein wichtiger Bestandteil des Stoffwechsels. Er bringt die Nährstoffe mit dem Blut in die Bereiche des Körpers, in denen sie gebraucht werden. So auch in die Haarfollikel und in weiterer Folge in die Haarwurzel. Ist allerdings zu wenig Eisen vorhanden, entscheidet der Körper, wo er das vorhandene Eisen eher braucht und das sind meistens die lebenswichtigen Organe, wie Leber und Herz.

Haarausfall durch Eisenmangel
Haarausfall durch Eisenmangel ist vor allem ein Thema bei Frauen.

Das bedeutet, dass die Haare und Nägel die ersten sind, die von Eisenmangel betroffen sind, da sie am wenigsten prioritär wahrgenommen werden. Deshalb stellen sich hier die ersten Anzeichen des Mangels an Eisen heraus, mitunter lange bevor die üblichen Symptome, wie Blutarmut, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit auftreten. Brüchige, dünne Fingernägel und eingerissene Mundwinkel sind weitere Mangelerscheinungen.

Die Versorgung mit Eisen kann durch die unzureichende Zufuhr, durch die mangelhafte Aufnahme im Körper, oder durch erhöhten Blutverlust unterbrochen werden. Davon ist wiederum oft Mangelernährung die Ursache, denn Eisen kann zum einen an sich schon zu wenig aufgenommen werden und zum anderen fehlen mitunter Stoffe in der Ernährung, die für die Aufnahme des Eisens zuständig sind, wie etwa Vitamin C und A. Auch durch eine Darmerkrankung, wie Morbus Crohn, wird die Aufnahme verringert. Überdurchschnittlicher Blutverlust kommt etwa bei OPs oder bei der Regelblutung vor.

Stabile Eisen- und Ferritinwerte

Die optimalen Eisenwerte im Blut liegen bei 50 bis 160 Mikrogramm pro DL Blut, wobei der Wert für Frauen etwas niedriger liegt. Sollten diese Werte bei einer Messung außerhalb des Idealwerts liegen, ist allerdings noch kein Grund zur Sorge, denn die Werte schwanken sehr stark. Aussagekräftiger sind die Ferritinwerte. Ferritin ist die Form, in welcher das Eisen gespeichert wird.

Stellt sich ein vorrübergehender Eisenmangel ein, wird aus diesem Depot gezogen, um einen Mangel zu vermeiden. Dann kann es allerdings sein, dass bei anhaltender Unterversorgung dieses Depot aufgebraucht wird, was dazu führt, dass die Mangelerscheinungen stärker werden. Versteckte und Frühformen des Eisenmangels sind also nur über die Ferritinwerte erkennbar.

Es kann also auch sein, dass die Eisenwerte einwandfrei sind, aber eben nur deshalb, weil gerade der Speicher angezapft wird. Unterdessen wird der Speicher geleert, es kommt zu einem Ferritinmangel und mit der Zeit kann auf kein Eisen mehr zurückgegriffen werden. Damit das nicht passiert, ist eine regelmäßige, ausreichende Zufuhr notwendig.

Empfohlener Eisenbedarf pro Tag

Um den Eisenlevel des menschlichen Körpers aufrecht zu erhalten, wird eine Menge von 10-15 mg Eisen täglich empfohlen. Mehr Eisen wird benötigt, wenn mehr Blut als gewöhnlich verloren wurde. Eine durchschnittliche Tagesdosis erreicht man bereits beim Verzehr von folgenden Lebensmitteln:

Eisenhaltige Lebensmittel
Eisenhaltige Lebensmittel helfen, den Ferritin Speicher wieder zu füllen.
  • zwei Scheiben Vollkornbrot
  • 100 g rohen Karotten
  • 200 g gekochtem Spinat
  • 50 g getrockneten Aprikosen
  • 200 g Tomaten
  • 100 g Kürbiskerne
  • 150 g Leinsamen
  • 150 g Linsen
  • 150 g Amaranth

Eisenhaltige Gemüse sind vor allem grüne Blattgemüse, wie Feldsalat, Grünkohl, Chinakohl, Brokkoli, Rucola und andere dunkelgrüne Salate. Um dem Körper die Aufnahme von Eisen zu ermöglichen ist außerdem unter anderem genügend Vitamin C vonnöten. Durch die Aufnahme von Polyphenolen und Tanninen (in grünem und schwarzem Tee, Kaffee, Wein), Phosphat (in Fleisch- und Wurstwaren, Fastfood, Softgetränken, Schmelzkäse), Mineralstoffe aus Nahrungsergänzungsmitteln (Magnesium, Kupfer, Zink) wird die Aufnahme von Eisen gehemmt.

Behandlung von Eisenmangel: Eisentabletten gegen Haarausfall?

Sollte ein Verdacht auf Eisenmangel bestehen, ist ein Besuch beim Arzt bestimmt nicht verkehrt. Er kann die genauen Blutwerte, auch den Ferritinwert, messen und gegebenenfalls Auskunft über einen Mangel, die Intensität des Mangels und Behandlungsmöglichkeiten geben. In den meisten Fällen ist ein Ausgleich der Ernährung bereits ausreichend, und vor allem bei weitem die gesündeste Variante.

Es gibt natürlich auch Eisenpräparate, die aber meistens zu hoch dosiert sind und zudem Verdauungsprobleme verursachen können. Ein zu hoher Eisenspiegel kann nämlich auch zu Beschwerden führen, etwa zu Bauchkrämpfen, Gelenkschmerzen, was sich in schweren Fällen zu Leberzirrhose, oder Herzschwäche ausweiten kann.

Ähnlich wie andere Nährstoffe, ist auch Eisen ein weiteres Zahnrad, das für den reibungslosen Ablauf im Körper verantwortlich ist. Fehlt es, setzen auch die anderen Zahnräder aus. Damit man dieses Risiko nicht eingehen und mit Eisenmangelbeschwerden, wie eben Haarausfall zu kämpfen haben muss, ist eine ausgewogene, achtsame Aufnahme von Eisen ratsam.