Haarausfall bei Kindern: Ursachen und Behandlung

Unsere Haare sind ein Zeichen für Vitalität und Wohlergehen. Wenn sie plötzlich ausfallen, ist das häufig besorgniserregend. Nicht immer ist der Verlust der Haarpracht eine Sache des Alters. Auch Kinder können von davon betroffen sein. Welche Ursachen der Haarausfall bei Kindern haben kann und wie die Haare bald wieder wachsen, erfahren Sie hier.

Plötzlich Haarausfall: Das sind die Ursachen

Haarausfall bei Kindern
Auch Kinder können von Haarausfall betroffen sein.

Keine Sorge, nicht immer ist der Haarverlust Ihrer Kinder krankheitsbedingt oder besorgniserregend. Denken Sie nur an Säuglinge, die oft nach der Geburt ihre Haare verlieren und bei denen erst nach einigen Monaten selbige wieder zu wachsen beginnen. Teils hat der Haarausfall auch ganz harmlose Ursachen wie die Tatsache, dass der Pferdeschwanz zu fest gebunden wird oder das Shampoo die empfindliche Haarstruktur angreift.

Übrigens: Wenn die Haare ausgehen, ist das kein Anzeichen für Krebs bei kleinen Kindern, denn es ist nicht die Krebserkrankung selbst, die die Haarstruktur angreift, sondern die chemotherapeutische Behandlung.

Vitamin- und Nährstoffmangel

Insbesondere bei Kindern fällt die Ernährung empfindlich ins Gewicht. Essen die Kleinsten nichts außer nährstoffarmer Fertigkost und Süßigkeiten, zeigt sich das nicht selten auch an der Haarstruktur. Wird der Haarboden nicht mit ausreichend Nährstoffen versorgt, ist gesundes Wachstum nicht möglich.

Vitamin A, das in grünem Gemüse wie Spinat oder Brokkoli, aber auch in Ei und Käse enthalten ist, ist wichtig für die Bildung von Sebum. Das natürliche Fett pflegt die Haare bis in die Spitzen. Ist es nicht vorhanden, werden die Haare trocken und spröde und fallen schließlich aus. Vitamin E ist ebenfalls wichtig für die Haargesundheit, stärkt es doch die Haarfollikel.

Grund für den Nährstoffmangel ist nicht zwangsläufig immer falsche Ernährung. Unter Umständen können auch Schilddrüsenprobleme Schuld haben am Haarausfall bei Kindern. Ein Blutbild gibt Aufschluss darüber, ob eine Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion vorliegt.

Pubertät

Bekanntlich schwankt während der Pubertät der Hormonhaushalt. Häufig ist die Folge dann diffuser Haarausfall, der sich einspielt, sobald das Hormonchaos sich wieder gelegt hat. Während der Teenager- und Jugendzeit ist außerdem Eisenmangel häufig die Ursache für den Haarverlust bei Jugendlichen in der Pubertät. Auch in diesem Fall zeigt ein Blutbild, wo die Problematik liegt. Und sie kann ganz einfach behoben werden: Eine Ernährung mit viel Fisch und Fleisch füllt die Reserven auf.

Emotionaler Stress

Haarausfall bei Kindern ist allzu oft auch auf traumatische Ereignisse wie Trennung, Stress und Mobbing in der Schule oder der Tod eines Familienmitglieds zurückzuführen. Nicht immer ist dieser Zusammenhang klar erkennbar, denn die Haare können auch Monate später erst ausfallen, was mit den Wachstumsphasen der Haare in Verbindung steht.

emotionaler Stress als Auslöser für Haarausfall bei Kindern
Emotionaler und psychischer Stress zeigt sich bei jeden anders. Auch Haarausfall kann ein Zeichen von Stress sein.

Als Trichotillomanie bezeichnet man die Zwangsneurose von Kindern, dauerhaft an den Haaren zu ziehen, zu zupfen und sie sich schließlich selbst auszureißen. Einerseits kann es eine schlechte Angewohnheit sein, die unterschiedlich lange abgebrochene Haare und lückenhaft-kahle Stellen verursacht, andrerseits reagieren manche Kinder damit auch auf Stress und Anspannung.

Fällt Ihnen ein solches Verhalten bei Ihrem Kind auf, sprechen Sie mit ihm darüber und erlernen Sie gemeinsam, wie mit Stress anders umgegangen werden kann. Im Fall der Fälle kann auch eine Verhaltenstherapie angebracht sein. Die gute Nachricht ist: Ist die Stresssituation vorüber, lässt auch der Haarausfall bald darauf nach.

Tinea capitis

Gerade bei Kindern im Kindergarten- und Schulalter hat Haarausfall oft eine Pilzinfektion namens Tinea capitis (auch als Ringelflechte bekannt) zur Ursache. Die oberflächliche Pilzerkrankung greift die Haarschäfte und Follikel an. Ringartige und schuppige Läsionen und Haarverlust sind die Folge. Nicht selten betrifft das nicht nur das Haupthaar, sondern auch Wimpern und Augenbrauen.

Übertragen wird die Ringelflechte durch direkten Kontakt, etwa indem die Kinder Kämme, Bürsten oder Handtücher miteinander teilen, übertragen. Gefährlich ist die Infektion nicht, aber dafür äußerst unangenehm und höchst ansteckend. Nicht nur aufgrund eines möglichen Läusebefalls, sondern auch wegen der Gefahr einer Pilzinfektion sollten Kinder deshalb möglichst früh lernen, für die Haare nur ihre eigenen Bürsten zu verwenden oder Mützen aufzusetzen.

Formen des Haarausfalls bei Kindern

Wie Erwachsene unter verschiedenen Formen von Alopezie leiden, ist auch bei Kindern Haarausfall nicht gleich Haarausfall. Verschiedene Ursachen und Beschwerden machen sich auf unterschiedlichen Wegen bemerkbar.

Kreisrunder Haarausfall bei Kindern

Der sogenannte kreisrunde Haarausfall entsteht plötzlich und ohne Vorwarnung. Es zeigen sich runde oder ovale kahle Stellen, die im Normalfall weder jucken noch brennen. Am Rand sind die Haare kurz und brüchig. Für alle, deren Kinder unter dieser Art des Haarverlustes leiden, ist diese Nachricht äußerst beruhigend: Zumeist wachsen die Haare innerhalb eines Jahres wieder nach, ohne dass bleibende Schäden entstehen.

Bisher ist nur wenig erforscht, weshalb die Haare ausgehen. Kreisrunder Haarausfall wird zu den Autoimmunerkrankungen gerechnet, bei denen die weißen Blutkörperchen sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Die Darmflora könnte Hinweisen zufolge Grund für lose Haare auf dem Kopfkissen und der Bürste sein.

Traktionshaarausfall

Ursachen, Symptome und Behandlung von Haarausfall bei Kindern
Die Form des Haarausfalls ausfindig zu machen, ist der erste Schritt in der Behandlung.

Vor allem bei Mädchen zeigt sich diese Art des Haarausfalls an der Stirn und auf den Seiten. Werden die Haare zu stark gekämmt oder ungeeignete Haargummis verwendet, ist die Versorgung der Kopfhaut nicht gewährleistet. Auch stramme geflochtene Zöpfe und Pferdeschwänze können die Haarstruktur schädigen. Die Folge: Haarverlust.

Diffuser Haarausfall

Wenn bei Kindern überall am Kopf die Haare ausfallen, spricht man von diffusem Haarausfall. In diesem Fall sind die Haare leicht auszureißen, bleiben in der Bürste oder dem Kamm zurück und sind regelmäßig auf dem gesamten Kopfkissen verteilt. Ursache sind oft traumatische Erlebnisse, die auch in der Vergangenheit liegen können und sich dennoch auf die Gegenwart auswirken.

Behandlung von Haarverlust bei Kindern: Das können Sie tun

Wenn Kinder unter Haarausfall leiden, sollte immer ein Arzt konsultiert werden. So kann nicht nur der beste Behandlungsansatz verfolgt werden, sondern Sie als Eltern und Ihre Kinder können ein wenig beruhigt aufatmen. Von einer medikamentösen Behandlung mit Cortison oder anderen synthetischen Substanzen ist im Normalfall abzuraten, da sie oft mit starken Nebenwirkungen verbunden sind. Andere therapeutische Maßnahmen sind ebenso zielführend, jedoch weitaus natürlicher und schonender.

Gesunde Ernährung – gesunde Haare

Liegt dem Haarausfall bei Kindern ein Nährstoffmangel zu Grunde, sollte der Speiseplan dementsprechend angepasst werden. Chips, Cola und Schokolade werden radikal gestrichen und durch Obst und Gemüse, Nüsse und Kartoffeln ersetzt. Je nach Geschmack des Kindes stellt das die Eltern vor gewisse Herausforderungen. Aber keine Sorge: Schließlich kann ausgewogene Ernährung auch den Kleinsten Spaß machen.

Pilzinfektionen behandeln

Ist die Ringelflechte schuld am Haarverlust, ist das oberste Gebot: Bürste, Kamm und Handtücher dürfen nicht mit Freunden und Familienmitgliedern geteilt werden. Zudem sollte das Bettzeug regelmäßig heiß gewaschen werden, um Pilzsporen abzutöten.

Behandeln Sie die Kopfhaut mehrmals täglich mit Apfelessig, das auf einen Wattebausch getupft wird. Oder massieren Sie mit Jojoba-Öl gemischte ätherische Öle (vor allem Lavendel, Teebaum oder Zitronengras) ein.

Haarausfall bei Kindern ist also im ersten Moment erschreckend, in den häufigsten Fällen allerdings nicht irreversibel. Bewahren Sie die Ruhe und erklären Sie Ihrem Kind, was mit seinem Körper geschieht. Ziehen Sie unter Umständen auch in Erwägung, mit der Schule Kontakt aufzunehmen, um die Situation zu erklären, sodass Ihr Kind ohne Sticheleien seinen Alltag gestalten kann – und die Haare wachsen hoffentlich bald wieder nach.