Haarausfall bei Frauen: Ursachen, Formen und Maßnahmen

Die Prachtmähne wird Stück für Stück weniger füllig, die Haare immer brüchiger und bald schon zeigen sich erste kahle Stellen: Verstärkter Haarausfall ist für viele Frauen eine absolute Horrorvorstellung.  Welche Ursachen Haarausfall bei Frauen haben kann, welche Formen auftreten und welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden können, erklären wir in diesem Artikel.

Ursachen von Haarausfall

Was bei Männern keine Seltenheit ist, ist bei Frauen eher eine Ausnahme: vermehrter Haarausfall. Dementsprechend gilt er auch als Krankheitsbild und sollte unbedingt von einem Facharzt untersucht werden, um möglichen Gründen auf die Spur zu kommen.

Haarausfall ist normal

Eine beruhigende Nachricht allerdings zuerst: Haarverlust ist bis zu einem gewissen Grad vollkommen normal. Frauen mit langen Haaren verlieren am Tag zwischen 70 und 100 Haaren, die in der Haarbürste zurückbleiben oder im Laufe der Zeit den Abfluss verstopfen.

Wie in der Tierwelt verlieren auch Menschen ihr „Winterfell.“ Aus diesem Grund ist es nicht untypisch, dass man während der Frühlingszeit mehr Haare verliert als für gewöhnlich.

Haarausfall ist also noch kein Grund zur Sorge. Kritisch wird es erst dann, wenn über einen längeren Zeitraum mehr als die übliche Menge an Haaren auf dem Kopfkissen zurückbleiben oder sogar büschelweise ausgehen. In diesem Fall gilt es auf jeden Fall, einen Facharzt aufzusuchen, denn Haarausfall ist ein unspezifisches Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.

Erkrankung & Medikamente als Auslöser für Haarverlust

täglich 100 Haare verlieren

Vermehrter Haarausfall kann ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Hohes Fieber und Infektionen zählen zu den möglichen Ursachen für den Haarverlust, genauso wie in Einzelfällen Tumore.

Eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse gehört zu den häufigen Gründen für Haarausfall bei Frauen. Wird das Haar brüchig und fällt schnell aus, kann die unter Umständen darauf zurückzuführen sein, dass die Schilddrüse zu viel oder zu wenig T3 bzw. T4 produziert, die für Wachstums- und Entwicklungsprozesse zuständig sind.

Auch eine medikamentöse Behandlung lässt die Haarpracht möglicherweise schwinden. Chemotherapeutika werden oft mit Haarverlust in Verbindung gebracht, allerdings haben Cholesterin senkende Medikamente und blutgerinnungshemmende Medikamente oft ähnliche Nebenwirkungen.

Ist das der Fall, sollte der Arzt wegen einer möglichen Anpassung der Medikamentendosis konsultiert werden.

Hormonschwankungen als Grund für Haarausfall bei Frauen

Schwankt der Hormonspiegel aus irgendeinem Grund, kann dies dazu führen, dass die Haare ausfallen. Während der Monatsblutung ist Haarausfall keine Seltenheit,  sollte sich aber danach möglichst schnell wieder legen. Auch das Eintreten der Menopause kann hormonell bedingte Veränderungen der Haarstruktur mit sich bringen genauso wie die hormonellen Veränderungen während und nach einer Schwangerschaft.

Neben diesen natürlichen Hormonschwankungen kann auch eine Antibabypille Schuld tragen an verstärktem Haarverlust. Ähnlich wie bei anderen Medikamenten ist es auch hier ratsam, mit einem Mediziner über die Symptomatik zu sprechen und gegebenenfalls das Präparat zu wechseln.

Haarausfall durch Mangelernährung und Nährstoffmangel

Essstörungen und extreme Diäten gehen oft mit extremem Haarausfall einher und sind Zeichen dafür, dass der Körper zu wenig von den Vitalstoffen erhält, die er benötigt.

Eisenmangel ist ebenfalls eine der häufigsten Ursachen für den Haarverlust. 30 % der Menschen weltweit leiden an Eisenmangel, betroffen sind überwiegend Frauen, wobei Veganer und Vegetarier besonders gefährdet sind.

Eine ausreichende Vitaminzufuhr ist unabdingbar für gesundes, glänzendes Haar. Mangelt es an Vitaminen, lichtet sich das Haar und wird brüchig und dünn. Zink und die Aminosäure L-Cystin sind ebenfalls von großer Wichtigkeit für das Haarwachstum.

Stressbedingter Haarausfall

„Es ist zum Haare raufen“, lautet ein bekanntes Sprichwort bei Situationen, die in die Verzweiflung treiben. Vielleicht wäre „es ist zum Haare ausfallen“ die bessere Formulierung. Tatsächlich ist physischer und psychischer Stress Gift für die Haare und führt dazu, dass sie vermehrt ausfallen. Während kurzfristiger Stress ohne Probleme kompensiert werden kann, werden bei andauerndem Stress negative Hormone ausgeschüttet, die den Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen.

Chemikalien und Giftstoffe sowie Frisuren, die zu viel Zug auf die Haare ausüben, können ebenfalls Haarverlust verursachen. Eine ebenso häufige Ursache ist allerdings ein erblich bedingter Haarausfall.

Haarausfall durch Mangelernährung und Nährstoffmangel
Eine ausgewogene und gesunde Ernährung wirkt sich auch ganz klar positiv auf die Haare aus.

Verschiedene Formen von Haarausfall bei Frauen

Haarausfall bei Frauen äußert sich auf verschiedene Art und Weise, bildet sich teils spontan zurück oder kann irreparabel sein.

Erblich bedingter Haarausfall (Androgenetische Alopezie)

Eine androgenetische Alopezie bezeichnet den Zustand, bei dem die Haarwurzeln überempfindlich auf das männliche Sexualhormon Testosteron reagieren. Haarwachstumsstörungen sind die Folge. Im Fall eines erblich bedingten Haarausfalls werden die Haare für gewöhnlich zuerst entlang des Scheitels dünner. Diese Art der Alopezie tritt etwa ab dem 40. Lebensjahr oder während der Wechseljahre auf.

Diffuser Haarausfall

Wenn die Haare auf dem ganzen Kopf gleichmäßig ausfallen und die Kopfhaut durchschimmert, spricht man von diffusem Haarausfall. Die Ursachen sind hier nur schwer erkennbar und reichen von den Folgen schwerer Erkrankungen über die Nachwirkungen von Medikamenteneinnahme und Vollnarkose bis hin zur Diagnose erblich bedingter Haarausfall.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Im Gegensatz dazu sind bei einem kreisrunden Haarausfall nur bestimmte Stellen auf der Kopfhaut vom Haarverlust betroffen. Es handelt sich hierbei um eine entzündliche Haarausfallerkrankung, deren Ursachen wenig erforscht sind. Es wird allgemein davon ausgegangen, dass die Immunzellen des Körpers die eigenen Haarfollikel angreifen.

Maßnahmen gegen Haarausfall: Wie kann man Haarausfall stoppen?

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt! Ganz so einfach ist es im Fall von Haarausfall nicht immer, trotzdem stehen eine Reihe effektiver Gegenmaßnahmen und präventiver Mittel zur Verfügung, um Haarverlust an der Wurzel zu packen.

Erstdiagnose stellen

Einige einfache Tests bieten sich an, um festzustellen, ob sich die Menge an verlorenen Haaren noch im Normbereich bewegt. Beim Zupftest wird ein Büschel Haare zwischen die Finger gezogen. Lösen sich ganze Strähnen durch leichtes Ziehen, ist dies ein deutliches Warnsignal. Auch der Sammeltest gibt Aufschluss: Dafür werden alle Haare aufgesammelt und gezählt. Mehr als hundert Haare pro Tag über einen längeren Zeitraum legen eine Störung nah.

Gegen die Ursachen vorgehen

Haarausfall bei Frauen

Handelt es sich bei der Haarwachstumsstörung um ein Symptom, heißt es, die Erkrankung im Hintergrund zu bekämpfen und so auch den Haarausfall in den Griff zu bekommen. Möglich ist dies durch die richtige Einstellung von Medikamenten und Hormonpräparaten.

Ist Nährstoffmangel der Grund, können Nahrungsergänzungsmittel das Gleichgewicht im Körper erneut herstellen. Der beste Weg gegen Haarausfall aufgrund von Mangelernährung ist allerdings Prävention: eine gesunde und ausgewogene Ernährung lässt die Haare wachsen.

Medikamentöse Behandlung

Minoxidil ist das Medikament, das am häufigsten gegen Haarausfall eingesetzt wird. Ursprünglich wurde es für Bluthochdruck entwickelt, doch auch die Durchblutung der Haarwurzeln wird durch das Medikament angeregt. Die Behandlung mit Minoxidil kann bis zu sechs Monate in Anspruch nehmen, bevor sich erste Erfolge zeigen. Die Einnahme von Medikamenten sollte nie unter Eigenregie vorgenommen werden, sondern stets unter ärztlicher Aufsicht.

Haartransplantation und Perücken

Wachsen die Haare nicht mehr nach, müssen betroffene Frauen deshalb noch lange nicht mit dem Stigma Haarausfall leben. Stattdessen stehen authentische Lösungen zur Verfügung, dank derer kahle Stellen und dünne Haare kaschiert werden und die betroffenen Frauen sich rundherum wohl fühlen können.