Trichologie

Trichos ist das griechische Wort für „Haar“. Die Trichologie ist somit die Wissenschaft, die sich mit dem menschlichen Haar auseinandersetzt. Als Teilgebiet der kosmetischen Dermatologie beschäftigt sie sich mit der Kopfhaut, den Haarwurzeln und den Haaren. Trichologen – Hautärzte mit Zusatzqualifikation – versuchen herauszufinden, wie sich verschiedene Haarerkrankungen effektiv behandeln lassen.

Aus medizinischer Sicht haben menschliche Haare zwar keine Bedeutung, aber aus psychologischer sehr wohl. Haare hatten schon immer einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert und vermitteln einen bestimmten Eindruck. So stehen glänzende, kräftige und lange Haare für Gesundheit und Vitalität. Haare spielen also für den Menschen eine bedeutende Rolle und sind deshalb schützenswert.

Trichologie: Wann ist eine Behandlung sinnvoll?

Haare unterliegen ständigen Veränderungen. Die Haargesundheit wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst: So wirken sich Umweltbedingungen (z. B. Sonneneinstrahlung und Meerwasser) und persönlicher Lebensstil (z. B. schlechte Ernährung und Medikamente) auf die Haare aus. Nicht umsonst wird das Haar oftmals als Spiegel der Seele bezeichnet.

Der Besuch bei einem Trichologen empfiehlt sich bei starkem oder mangelndem Haarwuchs sowie bei den folgenden Krankheitsbildern:

  • Haarausfall
  • verstärkte Talgabsonderung der Haut (Sebhorrhoe)
  • juckende Kopfhaut
  • Haarschuppen

Untersuchungsmethoden der Trichologie

Um herauszufinden, was die Ursachen für den Haarausfall (Alopezie) oder andere Haarprobleme sind, werden bei der Trichologie zahlreiche Untersuchungen durchgeführt, die nicht nur die Haare an sich betreffen. Auch Blutuntersuchungen gehören zu dieser dermatologischen Teildisziplin. Sie helfen dabei, herauszufinden, unter welchen Beschwerden der Patient leidet. Untersuchungsmethoden sind die folgenden:

  • Blutentnahme
  • Allergieuntersuchungen
  • Trichoskopie
  • Trichoscan
  • Trichogramm
  • Kopfhautbiopsie

Die wichtigsten Verfahren sind Trichoskopie, Trichoscan und Trichogramm. Die Kopfhautbiopsie ist ein operativer Eingriff. Sie wird deshalb nur dann angewendet, wenn alle anderen Verfahren keinen Erfolg versprechen.

Trichoskopie

Die Trichoskopie ist die Haaranalyse mit Mikrokamera. Dadurch kann der Zustand von Kopfhaut und Haarfollikel sowie Hauttyp bestimmt werden. Mit dieser Untersuchungsmethode lässt sich eine zuverlässige Diagnose stellen. Die geeigneten Behandlungen und Pflegeprodukte können dementsprechend daran angepasst werden.

Trichoscan

Unter dem Trichoscan versteht man die computerunterstützte Haardiagnostik. Mit einem speziellen Computerprogramm werden die Haardichte, der Anteil der Haare in der Wachstumsphase (Anagenphase) sowie jener in der Ruhephase (Telogenphase) genauer bestimmt. Der Trichoscan ist das modernste Verfahren zur Untersuchung von Haarausfall.

Trichogramm

Das Trichogramm bezeichnet die Haarwurzeluntersuchung und wird angefertigt, um das Haarverteilungsmuster oder den Haarwurzelstatus zu bestimmen. Auf diese Weise kann ermittelt werden, in welcher Wachstumsphase sich ein Haar aktuell befindet. Die drei Phasen, die ein Haar im Laufe seines Lebens durchläuft, sind die folgenden:

Bei der Erstellung eines Trichogramms wird die Haarmenge in der Wachstums- und Ruhephase gemessen. Kurz gesagt kann mit dieser Behandlungsmethode festgestellt werden, ob die Haare gut oder schlecht wachsen. Grundsätzlich befindet sich die große Mehrheit der menschlichen Haare (und zwar nicht nur die, die auf dem Kopf wachsen) jedoch in der Wachstumsphase.

Für das Trichogramm wird eine einzelne Haarsträhne ausgerissen (epiliert). Zudem wird Blut abgenommen, um eine mögliche Mangelerscheinung als Ursache für die jeweilige Haarerkrankung auszuschließen.

Kopfhautbiopsie

Bei der Kopfhautbiopsie wird Gewebe unter lokaler Betäubung mit einem Stanzgerät entnommen. Es handelt sich also um einen operativen Eingriff und es können Narben zurückbleiben. Die Biopsie wird daher nur dann durchgeführt, wenn die anderen Methoden zu keinem befriedigenden Untersuchungsergebnis geführt haben.

Kosten der Trichologie

Die Frage nach den Behandlungskosten eines Trichologen lässt sich nicht pauschal beantworten. Diese sind immer abhängig von den erbrachten Leistungen. Grundsätzlich sind die Kosten vom Patienten jedoch selbst zu tragen.

Eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann nur dann erfolgen, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Die Folgen eines Unfalls oder eine vorliegende ernstzunehmende Kopfhauterkrankung können die Wahrscheinlichkeit einer Kostenübernahme erhöhen.