Kopfhaut

Sie bildet die Basis für unsere Haarpracht und umgibt den Kopf wie eine schützende Schicht: Die Rede ist von der Kopfhaut.

Dabei unterscheidet sie sich gar nicht so sehr von der übrigen Haut des Körpers. Der markanteste Unterschied ist die dichte Behaarung. Durch falsche Behandlungen entwickeln sich hier allerdings schnell unangenehme Probleme, zum Beispiel Juckreiz oder Schmerzen. Warum das so ist, welche Funktionen sie übernimmt und wie man sie am besten pflegt – das erfahren Sie in diesem Glossarbeitrag.

Wie ist die Kopfhaut aufgebaut?

Wie die restliche Haut setzt sich auch die Haut am Kopf aus verschiedenen Schichten zusammen:

  • Die innerste Schicht heißt Unterhaut (Subkutis): Sie besteht aus lockerem Binde- und Fettgewebe und dient als Fettspeicher sowie zur Wärmeisolierung.
  • Die mittlere Schicht nennt man Lederhaut (Dermis): Sie besteht aus einem dichten Netz aus elastischen Fasern, welches der Haut Stabilität und Dehnbarkeit verleiht. Hier befinden sich auch Druckrezeptoren, die den Tastsinn steuern.
  • Die äußerste Schicht ist die Oberhaut (Epidermis): Sie besteht aus schuppenförmigen Hautzellen – abgestorbene Zellen, die hier an die Oberfläche wandern und schließlich abgestoßen werden. Die Epidermis hat eine wichtige Schutzfunktion.

Sowohl in der Unterhaut als auch in der Lederhaut befinden sich Blutgefäße, Haarwurzeln, Nerven, Immunabwehrzellen und Hautdrüsen. Diese Bestandteile sind notwendig für die zahlreichen nützlichen Funktionen der Kopfhaut.

Was Haut auf unserem Kopf alles leistet

Die Haut auf unserem Kopf übernimmt viele lebenswichtige Aufgaben – unter anderem ist sie zuständig für:

  • Regulation der Körpertemperatur
  • Abwehr von Krankheitserregern
  • Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts
  • Sinneswahrnehmung

Übrigens: Wussten Sie, dass sich die Kopfhaut ungefähr alle vier Wochen erneuert? Dabei werden die abgestorbenen Zellen der obersten Hautschicht abgestoßen – ein völlig normaler Prozess.

Bedeutung der Kopfhaut für die Haare

Die Gesundheit der Kopfhaut hat wesentliche Auswirkungen auf das Haar.

Zum einen werden die Haare durch die Talgproduktion beeinflusst: Wenn die Talgdrüsen übermäßig viel Fett abgeben, dann werden die Haare schnell fettig und strähnig. Bei zu wenig Talgproduktion tritt das Gegenteil ein – die Haare trocknen aus und werden spröde.

Erkrankungen an der Kopfhaut können schließlich auch zu verstärktem Haarausfall führen – zum Beispiel dann, wenn die Haut entzündet ist. Zu Problemen kommt es außerdem, wenn der Haarzyklus gestört ist und die natürliche Wachstumsphase der Haare verkürzt ist.

Mögliche Beschwerden und Probleme

Die Haut an unserem Kopf befindet sich in einem sensiblen Gleichgewicht. Leider ist sie aber auch erheblichen äußeren Einflüssen ausgesetzt. Ob Föhnen, Haarefärben oder aggressives Kämmen – viele Haarbehandlungen strapazieren die Haut enorm. In der Folge kann es zu Juckreiz oder Schmerzen am Kopf kommen.

Trockene, juckende Kopfhaut

Juckende Kopfhaut kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. In den meisten Fällen entsteht der Juckreiz durch eine zu trockene Haut – die wiederum auf folgende Auslöser zurückgehen kann:

  • häufiges Haarewaschen
  • Allergien
  • Hautkrankheiten wie Psoriasis (Schuppenflechte) oder Neurodermitis
  • Sonnenbrand
  • Stress
  • hormonelle Störungen
  • zu heißes Föhnen

Nicht zuletzt kann das lästige Jucken auch auf einen Befall von Läusen oder Milben hinweisen. Bei starken, langandauernden Beschwerden gilt es also, einen Hautarzt aufzusuchen, um die Ursachen abzuklären.

Wenn die Kopfhaut schmerzt

Ebenfalls sehr unangenehm ist eine schmerzende Kopfhaut – in der Fachsprache auch „Trichodynie“ genannt. Ein häufiger und harmloser Grund für die Kopfhautschmerzen sind zu straff gebundene Frisuren. Aber auch Verspannungen, Stress und psychosomatische Ursachen kommen in Frage. Zudem können auch ernsthaftere Erkrankungen dahinterstecken: zum Beispiel Neurodermitis, Pilzbefall oder neurologische Krankheiten.

Die richtige Pflege

Mit der richtigen Behandlung können Sie selbst einiges dafür tun, um unerwünschten Symptomen vorzubeugen.

Folgende Maßnahmen tragen zu einer gesunden Haut am Kopf bei:

  • äußere Belastung vermeiden: kein festes Ziehen an den Haaren, keine zu straffen Frisuren, nur sanft mit einer weichen Bürste frisieren
  • höchstens auf der mittleren Hitzestufe föhnen und den Föhn 20 cm vom Kopf entfernt halten
  • mildes Shampoo verwenden und nicht zu oft die Haare waschen
  • auf chemische Behandlungen wie Blondieren oder Färben verzichten
  • ausgeglichener Lebensstil mit genug Erholungsphasen