Haarwachstum

Im Durchschnitt wachsen ca. 100.000 Haare auf unserem Kopf – die genaue Anzahl ist bei jedem Menschen genetisch festgelegt. Schon immer hatten Haare einen äußerst hohen gesellschaftlichen Stellenwert: So sind lange, kräftige Haare der Inbegriff von Weiblichkeit und Männer mit dichtem Haar gelten als besonders attraktiv.

Das Haarwachstum erfolgt in einem dreiphasigen Zyklus: Wachstums-, Übergangs- und Ruhephase wechseln sich ab und bilden einen sich immer wiederholenden Kreislauf. Wie schnell jedes einzelne Haar wächst, ist immer von verschiedenen Faktoren abhängig und kann nicht pauschal beantwortet werden. Einige grobe Durchschnittswerte lassen sich jedoch schon angeben.

Wie schnell wachsen Haare?

Das durchschnittliche tägliche Haarwachstum liegt zwischen 0,3 und 0,5 mm. Im Monat sind es rund 1 bis 1,5 mm. Über das gesamte Jahr verteilt können Haare um 15 cm länger werden. Diese Werte sind aber nicht bei allen Menschen gleich.

Wie schnell Haare wirklich wachsen, richtet sich nach dem Haartyp, Alter, Geschlecht und der ethnischen Zugehörigkeit. So wächst z. B. das asiatische Haar wesentlich schneller als das afrikanische. Zudem beeinflussen Jahres- und Tageszeit das Haarwachstum. Haare wachsen im Sommer schneller als im Winter und in der Nacht langsamer als tagsüber.

Die drei Phasen des Haarwachstums

Menschliche Haare wachsen zyklisch. Dieser Kreislauf ist dafür verantwortlich, dass jeder Mensch pro Tag etwa 100 Haare verliert. Ein Haarausfall in diesem Ausmaß ist allerdings kein Grund zur Sorge – es handelt sich um einen natürlichen Prozess, um neue Kopfhaare auszubilden. Die folgenden drei Wachstumsphasen sind entscheidend.

Wachstumsphase (Anagenphase)

In der Anagenphase kommt es sozusagen zur „Geburt“ eines neuen Haares. Dabei wird eine neue Haarwurzel gebildet, aus der das Haar anschließend wächst. Die Dauer der Anagenphase beträgt rund zwei bis sechs Jahre und gestaltet sich bei jedem Menschen anders.

Hierbei handelt es sich um die längste Phase im Haarzyklus. Das wird daran deutlich, dass sich rund 90% der Kopfhaare in der Anagenphase befinden. Während dieser Phase wachsen die Haare jeden Tag ca. 0,3 bis 0,5 mm.

Übergangsphase (Katagenphase)

Haare, die sich in der Katagenphase befinden, durchlaufen einen „Umbauprozess“. In dieser zwei- bis dreiwöchigen Phase kommt die Zellteilung zum Stillstand. Die Haarwurzel wird daraufhin nicht mehr mit Nährstoffen versorgt und beginnt zu schrumpfen.

Zudem verengt und verkürzt sich der Haarfollikel rund um die Haarwurzel, sodass sich die einzelnen Haare langsam lösen. Etwa 1% aller Kopfhaare des Menschen durchlaufen diese Übergangsphase. Das Haar bereitet sich in dieser Phase schrittweise auf den letzten Abschnitt – die Ruhephase – vor.

Ruhephase (Telogenphase)

Die letzte Phase des Haarzyklus schließt den Kreis letztendlich wieder. Der Haarfollikel regeneriert sich und eine neue Zellteilung findet statt. Dadurch kommt es zur Bildung eines neuen Haares. Rund 18% der Kopfhaare befinden sich in der Telogenphase, welche rund zwei bis vier Monate lang andauert.

Haare schneller wachsen lassen

Haare wachsen von Natur aus relativ langsam. Es gibt jedoch eine Reihe von Tricks, wie man das Haarwachstum anregen kann. Die folgenden beiden Tipps können Ihnen helfen, wenn Sie sich nach einer längeren Haarpracht sehnen.

  • Regelmäßiges Bürsten fördert die Durchblutung der Kopfhaut. Einerseits wird die Haarwurzel dadurch besser mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Andererseits verteilt sich das natürliche Haarfett (Sebum) besser im gesamten Haar – das Haar wird dadurch zusätzlich vor dem Austrocknen geschützt.
  • Vitamine und Mineralstoffe können das Wachstum ankurbeln. Vitamin E hält beispielsweise die Kopfhaut und Haarfollikel gesund. Vitamin C hingegen stärkt die Haarfollikel und Zink spielt eine bedeutende Rolle bei der Bildung von Kollagen und Keratin.