Haarverdichtung

Im Gegensatz zu den Haarersatzmethoden, wie Toupets oder Perücken, soll bei der Haarverdichtung das noch bestehende Kopfhaar mit zusätzlichem Haar ergänzt werden.

Das eigene Haar wird mit Fremdhaar wortwörtlich „verdichtet“, um aus der Kombination eine natürlich wirkende Frisur zu erzeugen. Eine Haarverdichtung eignet sich deshalb besonders bei schütterem Haar oder dünnem Haar. Bei großflächigem Haarverlust ist hingegen ein Haarersatz ratsamer.

Was passiert bei einer Haarverdichtung?

Der wohl größte Unterschied der Haarverdichtung zu anderen gängigen Methoden bei Haarausfall ist, dass die eigenen Haare in die Frisur integriert werden. Somit müssen die verbleibenden Haare nicht angeschnitten und -rasiert werden.

Stattdessen werden Strähnen aus Echthaar mittels verschiedener Methoden über und unter dem eigenen Haar angebracht. Zum Teil wird die gleiche Technik wie bei einer Haarverlängerung („Extensions“) angewandt, nur dass hierbei das neue Haar auf die gleiche Länge angepasst wird.

Je nach Methode ist die Verdichtung nur temporär (zum Beispiel für ein besonderes Event) oder hält bis zu ein ganzes Jahr lang. Bei den meisten Techniken kann das Haar danach wie gewohnt gestylt und frisiert werden und es gibt keinerlei Einschränkungen in puncto Aktivitäten (beispielsweise ist Schwimmen kein Problem).

Methoden

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige gängige Methoden der Haarverdichtung vor. Kosten und Haltbarkeit variieren stark zwischen den einzelnen Techniken.

Haarverdichtung mit Echthaar-Clips

Bei dieser Variante werden fremde Strähnen mit Clips am eigenen Haar befestigt. Die sogenannten „Clip-Ins“ gibt es fertig zu kaufen und sie können selbst befestigt werden. Clips sind die günstigste Variante, um dichteres Haar zu bekommen – allerdings eignen sie sich nur für einen vorübergehenden Einsatz. Meist werden Clip-Ins herangezogen, wenn das Haar zu einem bestimmten Anlass fülliger erscheinen soll, und danach wieder entfernt.

Bondings

Die Bonding-Methode wird gern für Haarverlängerungen eingesetzt, eignet sich aber auch für die Verdichtung – vorausgesetzt es besteht genug Eigenhaar. Die Bondings bestehen aus Echthaar-Strähnen, an denen sich auf einer Seite ein Verbindungsstück aus haarähnlichem Keratin befindet. Mithilfe von Ultraschall oder Wärme werden die Strähnen danach am eigenen Haar angeschweißt.

Haarverdichtung mit Tapes

Hier ist auf den Fremdhaar-Strähnen jeweils ein Klebestreifen angebracht. Im sogenannten „Sandwichverfahren“ wird dann eine Strähne vom eigenen Haar immer zwischen Strähnen des neuen Haares geklebt. Der Vorteil hierbei: Die Tapes können haarschonend wieder herausgelöst werden, indem man die Klebepunkte mit einer speziellen Flüssigkeit beträufelt.

Microlines

Die Verdichtung mit Microlines ist dann günstig, wenn sich die kahlen Stellen im Bereich des Oberkopfes befinden oder das Haar bereits sehr ausgedünnt ist. Hierbei wird ein feines Haarnetz in das Eigenhaar integriert. Extrem feine Spezialfäden (die Microlines) verbinden dann die eigenen Haare mit dem neuen Haar.

Haarverdichtung: Mit diesen Kosten ist zu rechnen

Die Kosten für eine Verdichtung der Haare ist stark davon abhängig, welche Methode man wählt. Die Clip-Ins bekommt man schon ab 50 Euro, für etwas hochwertigere Haarteile muss man dann rund 200 Euro auf den Tisch legen. Für ein dauerhaftes und natürliches Ergebnis sollte man jedoch einen Profi aufsuchen. Dementsprechend kostet eine Behandlung ungefähr 1 000-1 500 Euro.

Wenn die Notwendigkeit durch einen Arzt attestiert wurde, übernehmen einige Krankenkassen die Kosten teilweise oder sogar komplett. Für den Patienten bedeutet dies eine große finanzielle Entlastung. Es gilt jedoch im Einzelfall zu prüfen, wie hoch der Eigenanteil letztendlich ist.

Vorteile und Nachteile einer Haarverdichtung

Der größte Vorteil einer Haarverdichtung ist sicherlich das natürliche Aussehen. Durch die Kombination von eigenem und fremdem Haar entsteht ein besonders harmonisches Gesamtbild. Außerdem lassen sich die Haare danach wie gewohnt frisieren und stylen.

Ein Nachteil besteht in den relativ hohen Kosten – vor allem, wenn man bedenkt, dass die Verdichtung nach maximal einem Jahr wieder erneuert werden muss. Nicht zuletzt kann es bei zu wenig Eigenhaar gar nicht mehr möglich sein, die Haare zu verdichten. In diesem Fall empfiehlt es sich, auf individuell angepasste Perücken oder Toupets zurückzugreifen.