Haarfollikel

Der Haarfollikel – auch Haarbalg genannt – umfasst Strukturen, die die Haarwurzel umgeben, versorgen und in der Haut verankern. Er ist als längliche Einstülpung zu verstehen, die sich in der Lederhaut, also der zweitäußersten Hautschicht, befindet. Man kann ihn sich wie einen kleinen Sack vorstellen, in dem das Haar wächst.

Jeder Mensch besitzt insgesamt rund 5 Millionen Haarfollikel. Der Haarbalg bildet dabei die Grundlage für das Haarwachstum. Er ist sozusagen die Produktionsstätte, in der die Haare gebildet werden. Aus diesem Grund liegt bei einer Haarausfallerkrankung meistens ein Problem mit dem Haarbalg vor. Nur wenn dieser gesund ist, ergeben sich daraus kräftige Haarwurzeln und dichte Haare.

Übrigens: Haarwuchs gibt es fast überall auf unserer Haut. Ausgenommen sind nur Lippen, Handflächen und Fußsohlen.

Aufbau eines Haarfollikels

Der Haarbalg wird in eine innere und äußere Wurzelscheide aufgeteilt:

  • Die äußere epitheliale Haarwurzelscheide ist eine trichterartige Einstülpung, die die Haarwurzel umhüllt.
  • Die innere epitheliale Haarwurzelscheide umfasst die Haarwurzel selbst und besteht aus drei Schichten:
  • die innere Schicht (Kutikula)
  • die mittlere Schicht (Huxley-Schicht)
  • die äußere Schicht (Henle-Schicht).

Funktionen der Haarfollikel

Der Haarbalg bildet nicht nur die Grundlage für den Haarwuchs, sondern erfüllt auch noch weitere Funktionen. Innere und äußere Haarwurzelscheide sind dabei mit Talgdrüsen und Haarmuskeln verbunden.

Die Talgdrüsen sind für die Produktion und Absonderung von Talg und Duftstoffen zuständig. Unterhalb dieser Talgdrüsen befinden sich kleine Haarbalgmuskeln, die die Haare z. B. bei Kälte aufstehen lassen (Gänsehaut). Zudem enden in den Haarfollikeln feine Nervenfasern, die unter anderem als Tastsinn sowie zur Steuerung der Haarbalgmuskeln dienen.

Die Phasen des Haarwachstums

Der Haarbalg durchläuft die folgenden drei Wachstumsphasen, die als Haarzyklus bezeichnet werden:

  • Die Anagenphase bezeichnet die Wachstumsphase, in der sich ein neues Haar entwickelt. Ungefähr 80% aller Haare befinden sich in dieser Phase – sie werden als Papillarhaare bezeichnet.
  • Die Katagenphase ist eine zweiwöchige Übergangsphase, in der sich die Follikel verkürzen und Haare abgestoßen werden. Haare, die diese Phase durchlaufen, werden Beethaare genannt.
  • Die Telogenphase ist als Ruhephase zu verstehen, während derer sich der Haarbalg regeneriert. Dadurch beginnt die Haarproduktion wieder und die Anagenphase wird eingeleitet. Haare in der Telogenphase werden als Kolbenhaare bezeichnet.

Entzündete Haarfollikel – Ursachen und Folgen

Der Haarbalg kann sich an jeder behaarten Körperstelle entzünden. Das geschieht dann, wenn Bakterien in tiefere Gewebeschichten eindringen. Eine besonders tiefe und eitrige Entzündung ist der Furunkel. Ein Furunkel entsteht z. B. durch enge Kleidung, ein geschwächtes Immunsystem oder einen Talgüberschuss.

Ein Entzündung heilt meistens von selbst wieder ab. Falls Sie den Heilungsprozess beschleunigen wollen, empfiehlt es sich den Furunkel…

  • …nicht zu berühren und nicht daran herumzudrücken.
  • …mit Rotlicht zu bestrahlen, denn so öffnet er sich schneller.
  • …mit vom Arzt verschriebenen Zugsalben und Antibiotika zu behandeln.

Achtung: Wer den Furunkel eigenhändig ausdrückt, kann sich im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung zuziehen.

Haarwachstum anregen

Durch das gezielte Auszupfen einiger Haare kann das Haarwachstum angeregt werden. Der Grund dafür ist, dass beim Zupfen der Haare ein alarmierender Botenstoff im gesamten Umkreis ausgeschüttet wird. Dadurch werden die umliegenden Haarfollikel so stimuliert, dass viele davon austreiben und neue Wurzeln bekommen.