Haarfarbe

Jeder Mensch hat eine bestimmte natürliche Haarfarbe, die sich im Laufe des Lebens wieder verändern kann. Welche Farbe das ist, bestimmt die Menge der Farbpigmente, die sich in der Faserschicht der Haare befindet. Da jeder Mensch im Laufe des Lebens mehr und mehr Pigmente verliert, bleichen die Haare früher oder später aus und werden erst grau und dann weiß.

Entstehung der Haarfarbe

Um dem Haar eine Farbe zu verleihen, sind verschiedene Pigmente notwendig. Um genau zu sein, handelt es sich hierbei um verschiedene Arten des Farbpigments Melanin. Melanin wird auf folgende Weisen gebildet:

Die Melanozyten, spezielle Hautzellen, lagern es in den Haaren ein. Je nachdem in welchem Mengenverhältnis die zwei Varianten vorkommen, erscheinen die Haare in unterschiedlichen Farben. Das Schwarz-Braun-Pigment wird Eumelanin genannt während Phäomelanin das Rot-Pigment ist. Je nachdem in welchem Verhältnis die beiden vorkommen, erscheint die Haarfarbe heller oder dunkler.

  • Blond: Wenig Eumelanin und viel Phäomelanin
  • Braun und Schwarz: Viel Eumelanin und wenig Phäomelanin
  • Rot: Wenig Eumelanin und sehr viel Phäomelanin

Rote Haare oder braune Haare?

Ihre Haarfarbe hängt also davon ab, wie groß die Mengen der gebildeten Pigmente sind. Das unterschiedliche Mischverhältnis dieser beiden Pigment-Typen sorgt dafür, dass nahezu jeder Mensch eine individuelle Haarfarbe besitzt. Ca. zehn Gene haben Einfluss auf die Haarfarbe. Eine Beschädigung im MC1R-Gen ist beispielsweise verantwortlich für rote Haare.

Wer beispielsweise viel Eumelanin produzieren, aber auch einen gewissen Anteil an Phäomelanin besitzt, hat möglicherweise rotbraunes Haar. Andersherum können die Haare ein sanftes Honigblond oder Hellbraun annehmen. Die Möglichkeiten sind schier unendlich und sorgen für eine große Vielfalt an unterschiedlichen Haarfarben.

Im Laufe des Lebens wird sich die Haarfarbe ändern. Das geschieht manchmal bereits in den ersten Lebensjahren. Säuglinge haben manchmal nur leichte Pigmentierungen in den ersten Haaren – so kommt es, dass blonde Babys später dunkelhaarig werden können.

Entstehung von grauer Haarfarbe

Mit zunehmendem Altem erscheint die Haarpracht meist in gräulichen Tönen. Ein graues Haar gibt es aber eigentlich nicht, viel mehr entsteht diese Farbe auf Grund der Mischung von pigmentierten und pigmentlosen Haaren. So durchmischen sich beispielsweise braune Haare mit weißen – die Folge: ein Grauschimmer. Mit zunehmendem Alter lässt die natürliche Melaninproduktion nach, immer mehr Haare werden pigmentlos, also weiß.

Inzwischen sind graue Haare wieder voll im Trend: Viele, vor allem auch sehr junge Menschen, färben sich die Haare in Grautönen.

Die Leuchtkraft der Haarfarbe

Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass große Mengen an Farbpigmenten die Haarfarbe erstrahlen lassen. Wie intensiv die Leuchtkraft der Haare ist, hängt viel mehr von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Liegen die Schuppen der Cuticula (der äußersten Haarschicht) flach an, so wird das Licht, das auf die Haare fällt, besser reflektiert. Die Folge: die Haare leuchten und strahlen. Ist das Haar hingegen geschädigt, stehen die Schuppen ab. Das Haar verliert seine Leuchtkraft und wird matt beziehungsweise sieht stumpf aus.

Haarfarbe färben: Wie das Haarfärben funktioniert

Werden dem Haar neue Farbnuancen hinzugegeben, dann kann die natürliche Haarfarbe geändert werden. Im Folgenden wird der Vorgang bei der sogenannten dauerhaften Haarfärbung erklärt. Man unterscheidet die Blondierung von der oxidativen Färbung:

Blondierung

Bei einer Blondierung wird Wasserstoffperoxid verwendet, um damit die Haarstruktur nachhaltig zu verändern. Im Prozess des Blondierens löst man das Farbpigment Melanin – jene Pigmente, die dem Haar die dunkle Farbe verleihen, werden beim Blondieren vernichtet. Die Folge: Das Haar wird blond. Auch der Cortex, als wesentlicher Bestandteil des Haaraufbaus, wird bei diesem Färbevorgang zerstört. Aus diesem Grund sollte ausschließlich der Fachmann/-frau blondieren.

Oxidative Färbung

Bei der oxidativen Färbung werden zusätzliche Pigmente ins Haar gebracht, indem im ersten Schritt die Schuppenschicht, also die oberste Schicht des Haares, geöffnet wird. Nach der stattfindenden Oxidation mit dem Wasserstoffperoxid können sich die Pigmente zusammenschließen und als lange Kette werden die neuen farbigen Pigmente im Haar sichtbar.

Auf Grund des Haarefärbens kann es auch zu allergischen Reaktionen kommen. Das zeigt sich durch eine juckende Kopfhaut oder einen Ausschlag.