Dünne Haare: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Mehr Fülle und Volumen: Wer nicht von Natur aus mit dickem Haar gesegnet ist, dürfte mit diesem Wunsch vertraut sein. Dünne Haare können aber genauso bei Menschen auftreten, die bis dahin immer dicke Haare hatten. In jedem Fall gilt es, die Ursache für dünnes Haar zu finden. Denn ob nun androgenetische Alopezie, Vitamin-D-Mangel oder gar eine ernsthafte Krankheit dahintersteckt: Ignorieren sollte man dieses körperliche Signal nicht.

Dünne Haare: Ursachen und was Sie dagegen tun können
Dünnes und feines Haar ist nicht das gleiche! Feines Haar ist genetisch bedingt, dünnes Haar kann verschiedene Ursachen haben.

Warum Haare dünn werden: Mögliche Auslöser

Zunächst sollte erwähnt werden, dass dünnes und feines Haar nicht gleichzusetzen sind. Spricht man nämlich von dünnem Haar, ist damit – vereinfacht gesagt – die Haarmenge gemeint, während feines Haar sich auf den Durchmesser des einzelnen Haars bezieht. Ob ein Mensch feine Haare hat, ist genetisch bedingt, dünn wiederum können die Haare aus verschiedenen Gründen sein.

Diffuser Haarausfall / Androgenetische Alopezie

Von diffusem Haarausfall ist die Rede, wenn täglich mehr als rund 100 Haare am ganzen Kopf ausfallen, und das über längere Zeit hinweg. Auslöser für diesen Zustand kann es viele geben, darunter Stress, Schwankungen im Hormonspiegel, Eisenmangel oder eine Schilddrüsenerkrankung. Eine weitere Variante ist der kreisrunde Haarausfall, der auf einzelne Stellen begrenzt ist.

Haarausfall bzw. stark ausgedünntes Haar kann auch auf androgenetische Alopezie zurückgehen. Als Einflussfaktor gelten hier die männlichen und weiblichen Sexualhormone. Zum Beispiel bei Frauen in den Wechseljahren steigt der Anteil an männlichen Hormonen, den Androgenen, während der Östrogenspiegel absinkt.

Die Folge ist ein verkürzter Haarzyklus und Haarfollikel, welche die Haare schneller abstoßen. Bei Männern zeigt sich die androgenetische Alopezie meist früher und in Form von sogenannten Geheimratsecken. Insgesamt werden die Haare vor allem im Mittelscheitelbereich sichtbar dünn und wachsen schwächer oder gar nicht mehr nach.

Dünnes Haar durch falsche Ernährung

Wie dicht oder dünn das Haar nachwächst, hängt maßgeblich von der Ernährung ab. So kann eine Fehlernährung durchaus die Ursache für dünne Haare sein. Crashdiäten zum Beispiel entziehen dem Körper radikal Nährstoffe, ebenso wie ein sehr fett- und zuckerhaltiges, generell nährstoffarmes Essverhalten.

Die Folge ist immer gleich: Der Kopfhaut werden nicht genug Nährstoffe zugeführt, da der Körper gezwungen ist, wichtige Mineralstoffe aus allen möglichen verfügbaren Speichern zu beziehen. Die Haarfollikel erfüllen keine lebenswichtige Funktion und ziehen daher schnell den Kürzeren, wenn es um die Nährstoffverteilung im Körper geht.

Dünnes Haar durch Vitamin-D-Mangel

Vitamin D ist mitverantwortlich für ein gesundes Haarwachstum und kann vom Körper selbst produziert werden – allerdings nur mithilfe von Sonnenlicht. Wer also sehr selten an der frischen Luft unterwegs ist oder grundsätzlich nur mit Sonnenschutz das Haus verlässt, kann kein Vitamin D herstellen und entzieht der Kopfhaut damit eine der Grundlagen für gesundes Haar.

Es gibt natürlich abgesehen von den genannten Punkten noch viele weitere Faktoren, die dünnes Haar begünstigen können. Fakt ist aber: Wer dünne Haare hat, fühlt sich meist unwohl und möchte diesen Zustand so schnell wie möglich ändern.

Dünne Haare dick machen: Geht das?

Dünne Haare dicker machen: Geht das?

Kurz und knapp zusammengefasst, lautet die Antwort auf diese Frage: Ja, dünne Haare kann man theoretisch dicker machen, da – anders als bei feinem Haar – nicht zwingend eine erbliche Veranlagung dahintersteckt. Allerdings sollte man hier nicht blind auf Werbeversprechen vertrauen, sondern nach den Ursachen gehen.

Gesunde Ernährung für schönere Haare

Mit der Ernährung kann in vielen Fällen schon ein großer Unterschied erzielt werden. Zwar braucht man Geduld, denn eine Ernährungsumstellung äußert sich nicht von heute auf morgen in sichtbaren Ergebnissen. Mut zur Veränderung lohnt sich aber trotzdem, denn das Ergebnis ist in der Regel nachhaltiger als die äußere Behandlung mit Pflegemitteln.

Eine intakte Haarstruktur benötigt unter anderem Eiweiß, Zink, Silizium und neben Vitamin D auch die Vitamine A, B, C, E und H. Deshalb ist es wichtig, proteinreich zu essen und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen – allerdings nicht ohne Absprache mit einem Arzt. Wer in Eigenregie handelt, richtet unter Umständen nur noch größeren Schaden an.

Ebenso wichtig ist eine ausreichende Eisenzufuhr, denn so wird der Sauerstofftransport zu den Haarwurzeln gefördert und sie bekommen mehr Energie. Grundsätzlich empfehlenswert ist es, sich basisch zu ernähren, da auch eine Übersäuerung des Körpers dünnes Haar verursachen kann. Folgende Lebensmittel helfen dabei:

  • Hülsenfrüchte
  • Quinoa statt Pasta
  • Kerne, Samen und Nüsse (z.B. Sonnenblumenkerne, Leinsamen und Mandeln)
  • Pflanzliche Milchvarianten statt Kuhmilchprodukten
  • Fisch
  • Kräutertee statt Koffeingetränken wie Schwarztee oder Kaffee
  • Oliven- und Kokosöl

Gleichzeitig sollten natürlich jene Nahrungsmittel vermieden werden, die dem Körper Nährstoffe entziehen: Zucker, Weizenmehlprodukte etc. haben negative Auswirkungen.

Shampoo bei dünnen Haaren

Frisuren für dünne Haare
Kurzhaarfrisuren eignen sich besonders gut für dünnes und feines Haar. Es wirkt dadurch fülliger.

Es gibt unzählige Hersteller, die mit komplex klingenden Inhaltsstoffen und neuartigen Formeln werben, welche das Haar wie durch Magie dick und füllig machen sollen. Tatsache ist aber: Je mehr synthetische Inhaltsstoffe ein Shampoo oder ein Stylingprodukt enthält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es die Haarfollikel angreift und dadurch den Bedarf nach „echter“ Pflege nur noch erhöht.

Jegliche Produkte mit Silikonen und Sulfaten (beliebt sind etwa Sodium- und Natriumlaurylsulfat) sollten Menschen mit dünnen Haaren deshalb lieber vermeiden, da diese Zusätze Gift für die Kopfhaut sind. Und in dieser liegt der Schlüssel zu gesundem, dickem Haar.

Ebenso wie bei der Ernährung können hier basische Shampoos und Pflegeprodukte helfen. Grundsätzlich ist weniger aber mehr, denn je stärker vermeintliche „Wundermittel“ eingesetzt werden, desto mehr wird das Haar beschwert und die Kopfhaut strapaziert. Wenn möglich, sollten deshalb die Haare gelegentlich nur mit Wasser gewaschen werden.

Frisuren und Styling für dünne Haare

Der Standardtipp bei dünnem Haar ist es, sich für eine Kurzhaarfrisur zu entscheiden. Tatsächlich wirken die Haare umso fülliger und unbeschwerter, je kürzer und stufenloser sie sind. Wer aber kein Freund von kurzen Haaren ist, sollte zumindest darauf achten, möglichst freundlich zu seinem dünnen Haar zu sein.

Konkret bedeutet das, alles zu vermeiden, was das ohnehin empfindliche Haar stressen könnte, also zum Beispiel die Hitze des Glätteisens oder Föhns. Haargummis sollten keine Metallteile enthalten, da die Haare sonst schnell brechen. Und auch mit Stylingprodukten geht man besser sparsam um, denn obwohl Trockenshampoo, Volumenschaum und Co. optische Haarfülle erzeugen, ist es doch wahrscheinlich, dass sie Silikone und Parabene enthalten.

Helfen Hausmittel bei dünnen Haaren?

Es gibt diverse Hausmittel, die angeblich dünne Haare stärken sollen. Für sie alle gilt allerdings, dass sie in erster Linie das Erscheinungsbild bekämpfen, nicht aber die Ursache. Denn dass das Haar dünn nachwächst oder durch Haarausfall lichter wird, ist die sichtbare Folge eines bestimmten Problems.

Wer aber dünnes Haar mit Hausmitteln optisch dichter wirken lassen will, kann es zum Beispiel mit einer Maske aus zerdrückter Avocado und Ei versuchen. Lässt man die Mischung möglichst lange ins Haar einwirken, können Eiweiß und Fett eindringen und kräftigend wirken.

Es kann auch helfen, Rizinus- oder Rosmarinöl in die Kopfhaut einzumassieren, denn dadurch wird die Durchblutung gefördert. Allerdings ist danach eine gründliche Haarwäsche nötig, da die Ölmassage eben gleichzeitig eine Fettbehandlung ist.

Ebenso wie brüchige Nägel oder unreine Haut ist dünnes Haar unter Umständen ein körperliches Warnsignal, dass etwas nicht in Ordnung ist. Natürlich kann das Ausdünnen auch ganz einfach auf erblich bedingte Tendenzen zum frühen Haarausfall zurückzuführen sein. Vor allem, wenn die Haare scheinbar plötzlich immer dünner werden, sollte man das aber nicht als rein kosmetische Angelegenheit sehen, sondern den Ursachen auf den Grund gehen – und das Problem bei der (Haar-)Wurzel packen.