Tipps aus der Ayurveda-Lehre zur Haarpflege

Ayurveda und Schulmedizin stehen sich schon immer gegenüber, denn viele Wissenschaftler stellen die ayurvedischen Methoden noch immer in Frage. Aber jeder, der schon einmal eine Ayurveda-Kur erlebt hat, kennt das Gefühl, wie neu geboren zu sein.

Da Ayurveda eine ganzheitliche Heilkunst ist, wollen wir heute nur einen Bereich herausnehmen und die wichtigsten Tipps zur Haarpflege geben.

Welcher Haartyp sind Sie?

Ayurveda Haartipps & Haartypen
In der Ayurvedischen Heilkunst gibt es drei unterschiedliche Haartypen: Vata, Pitta und Kapha.

Man unterscheidet hier zwischen den Haartypen Vata, Pitta und Kapha.

Wenn Sie einen hohen Vata-Anteil haben, haben Sie eher dünnes und empfindliches Haar. Oftmals ist das Haar auch trocken, spröde und glanzlos. Wenn der Pitta-Anteil überwiegt, sind die Haare dick und geschmeidig. In den meisten Fällen, sind die Haare hier rötlich oder blond. Die Kapha Menschen haben von Natur aus kräftiges und glänzendes Haar. Wenn Sie zu den Kapha Menschen gehören, neigen ihre Haare zu Fettigkeit und Schuppen.

Grundsätzliches

Egal welcher Haartyp Sie sind, übermäßige Trockenheit und Hitze wirkt sich auf jeden Haartyp schädlich aus. Durch zu viel Sonne trocknet das Haar aus und die Kopfhaut sowie Haarwurzeln werden geschwächt. Auch stark schäumende Shampoos, mit dem Inhaltsstoff Sodiumlaurylsulfat sollte man meiden. Dieser chemische Wirkstoff zerstört die Eiweissschicht der Haare und trocknet die Kopfhaut aus.

Du bist, was du isst.

Für den Aufbau und Erhalt von gesundem Körpergewebe und somit gesunden Haaren, braucht der Körper viel Obst und Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte und frische Kräuter und Gewürze. Gerade Nüsse sollten ein wichtiger Bestandteil der Ernährung sein. Zur Entlastung der Verdauung wird jedoch empfohlen, die Nüsse vor dem Verzehr in heissem Wasser einzuweichen. Gerade Mandeln und Walnüsse gelten als besonders gut für die Haargesundheit.

Eine gute und vollständige Verdauung ist hierbei enorm wichtig, denn nur so werden die Stoffe dorthin transportiert, wo sie gebraucht werden.

Im Ayurveda gibt es spezielle Kräutermischungen, die eine perfekte Verdauung unterstützen. Diese enthalten Extrakte aus Bhringaraj („Herrscher der Haare“), Guduchi (eine Pflanze, die als verjüngend und Gewebe kräftigend gilt) und die Frucht Amla (ein Geheimtipp gegen graue Haare).

Sanfte Pflege von Außen

Für die Haarpflege von Außen werden Haaröle mit Kräutern und Pflanzenextrakten verwendet, welche die Kopfhaut in ihrer natürlichen Funktion nicht beeinträchtigen. Durch Verspannungen oder Fettablagerungen an der Kopfhaut, können die Wirkstoffe oftmals nicht richtig einziehen und zu den Haarwurzeln vordringen. Hier empfiehlt es sich, durch eine ayurvedische Kopfmassage Spannungen zu lösen. Zusätzlich wird durch die Massage die Durchblutung der Kopfhaut gestärkt und die Haarwurzeln werden von ausgetrockneten Talgschichten befreit.  Für die Massage eignet sich gereiftes Sesamöl am besten, da es am besten in die Haut einzieht.

sanfte Haarpflege von außen
Hochwertige Öle wie das Kokosöl eignen sich besonders gut für die Kopfhautpflege. Die Nährstoffe versorgen das Haar sowie die Kopfhaut mit allem, was es braucht.

In der Charaka Samhita, dem Kernstück der traditionellen Literatur des Ayurveda, heißt es:

«Wer regelmässig seinen Kopf mit Sesamöl (oder Kokosöl bei Pitta) behandelt, leidet nicht an Kopfschmerz, Haarausfall und vorzeitigem Ergrauen der Haare. Der Kopf und die Stirn werden gestärkt. Das Haar ist schwarz, lang, mit tiefer Wurzel. Die Sinnesorgane funktionieren gut, die Haut ist leuchtend, indem man Sesamöl auf den Kopf massiert, fördert man gesunden Schlaf und Glücklichsein.» Sutra 5, 81-83.

Je nach Haartyp variieren die Ayurveda Shampoos und Haaröle. Hierfür werden zum Beispiel Extrakte von Amla, Neem, Sandelholz, Brahmi, Akazie, Hibiskus, Wasserlilie, Triphala und Bhringaraja verwendet.

Vor der Haarwäsche sollte man ein Haaröl in die Haare einmassieren und das Öl anschließend für 20 Minuten einwirken lassen. Hierzu am besten die Haare in ein warmes Handtuch wickeln. Je länger die Einwirkzeit ist, desto besser kann das Haar die zugeführten Nährstoffe aufnehmen. Um das Öl optimal zu entfernen, gibt es ein „After Oil Shampoo“. Beim Haarewaschen sollte man nur lauwarmen Wasser benutzen und beim Ausspülen anschließend kaltes Wasser. Kaltes Wasser stärkt die Kopfhaut und belebt die Nerven.

Erste Hilfe bei Haarprobleme

  1. Um Schäden vorzubeugen, sollte man die Haare generell, durch einen Hut oder ähnliches, vor Hitze schützen.
  2. Bei trockenen Haaren, sollten Sie alle Vata erhöhenden Faktoren reduzieren.
  3. Durch regelmäßige Kopfmassagen mit warmem Haaröl sowie eine sanfte, richtig durchgeführte Haarwäsche bringen Kopfhaut und Haare wieder ins Gleichgewicht
  4. Auch bei Haarausfall hilft eine Kopfmassage um die Haarwurzeln zu verjüngen und ein gesundes Haarwachstum zu erreichen
  5. Bei fettigen Haare hilft eine zitronenhaltige Spülung zum Abschluss
  6. Wenn die Haare glanzlos sind, können Bürsten mit Naturborsten helfen. Bei diesen laden sich die Haare nicht auf und glänzen mehr.

Vor der Ayurvedischen Behandlung der Haare, sollte der richtige Haartyp ermittelt werden. Nur so, können die Öle und Behandlungstipps auch die gewünschten Erfolge liefern. Einer ganzheitlichen Behandlung von Schuppen und Haarausfall, sollte aber eine gründliche und vor allem individuelle Diagnose vorangehen.